Soziale Komponenten

Zu großen Teilen entsteht Stress durch soziale Faktoren. Man fühlt sich gehetzt, weil man weiss, dass eine Arbeit zu einem bestimmten Zeitpunkt erledigt sein sollte, oder weil ein Bekannter, den man um einen Gefallen gebeten hat, weniger Zeit hat, als man in Anspruch nimmt.

Stress ist nicht immer nur ein psychisches, sondern auch ein soziales Phänomen, dem man durch eine Stärkung seiner sozialen Fähigkeiten begegnen kann.

Ändern sie nicht nur die Art und Weise, wie sie mit Stress umgehen, sondern nehmen sie auch Einfluss auf zukünftige Situationen, die ihnen Stress erzeugen könnten! Mit ausgeprägten sozialen Fähigkeiten werden sie gleichsam weniger Stress verspüren und dabei noch mehr Energie zur Verfügung haben – diese Methode ist die „Geheimwaffe“ vieler scheinbar so souveräner Menschen, die ihren Alltag mit Bravour bewältigen.

Ein erster Schritt zur Stärkung ihrer sozialen Kompetenz (vor allem in persönlicher Hinsicht) ist die Überprüfung der Umstände, die ihnen Stress erzeugen. Aufgaben, Anforderungen und Situationen, die ihnen scheinbar über den Kopf wachsen, müssen nicht unbedingt wirklich in ihrem Aufgabenbereich liegen. Vielleicht lassen sie sich ja – weil sie zu schlecht „Nein“ sagen können – schlicht und einfach zu viele Jobs aufladen.

Überprüfen sie ihren Alltag und die letzten Wochen und Monate genau. Wann haben sie sich darüber geärgert, dass ihnen jemand eine Aufgabe aufgebrummt hat, die eigentlich gar nicht ihre gewesen wäre, und die sie dann doch mit Sorgfalt erledigt haben?

Sicherlich fällt ihnen das eine oder andere Beispiel ein, bei dem sie eigentlich der Meinung sind, dass sie die Aufgabe eher hätten ablehnen sollen.

Streben sie in diesem Fall danach, ihre Durchsetzungskraft zu steigern und machen sie sich klar, dass man ihnen nicht jede Aufgabe aufhalsen kann, die gerade einmal praktisch erscheint. Durchsetzungskraft sorgt nicht nur für eine größere Souveränität, sondern auch für Zufriedenheit. Es ist ein Faktum, dass vor allem Menschen, die sich in der sozialen Ordnung weit unten platzieren lassen, stark unter Stress stehen.

Beginnen sie ihre Veränderung in dieser Hinsicht am besten in weniger brisanten Situationen und rufen sie sich immer wieder ins Gedächtnis, was sie  erreichen wollen. Wenn ihnen dies gelingt, werden sie nach und nach einen besseren und umsichtigeren Umgang mit sich selbst und ihrer Umwelt finden.

Damit sie die sozialen Faktoren, die bei ihnen Stress verursachen, aber effektiv bekämpfen können, müssen sie auch anders mit Konflikten umgehen. Viele Menschen leiden heute leider an ausgeprägter Konfliktscheuheit, meist verursacht durch bestimmte Verhaltensweisen in ihrem Elternhaus, die ihnen keine „Streitkultur“ mit auf den Weg haben.

Das ist allerdings kein Grund, dass dieses oft auch empfundene Manko einen Menschen auf dem ganzen Lebensweg begleiten muss – Konflikte austragen kann man lernen, und wenn man dies tut, leistet man gleichzeitig meistens einen wichtigen Beitrag für eine positive Veränderung des eigenen Stresshaushalts.

Der erste und wichtigste Schritt in dieser Beziehung ist der Entschluss, Konflikte in Zukunft auszutragen. Achten sie darauf, dass sie Probleme offen ansprechen und dass sie darauf beharren, dass eine Lösung gefunden wird. Oft werden gerade die Menschen, die bei ihnen Stress verursachen, sich in dieser Hinsicht nicht sehr kooperativ zeigen, da es ihnen einfacher erscheint, durch ihr Verhalten auf die eine oder andere Art ihren eigenen Stress bei ihnen abzuladen – lassen sie dies nicht mehr zu, auch wenn ihnen der Konflikt schwerfällt!

Mitunter reicht es schon aus, dass sie bereit sind, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, um weiteres unangemessenes Verhalten ihnen gegenüber zu verhindern – Menschen sind sozial sehr empfindsame Wesen, die mehr als man glaubt auch von unausgesprochenen Empfindungen geleitet werden. Halten sie aber auf jeden Fall an ihrer Überzeugung fest – wenn sie wieder „weich“ werden, kehren die alten Muster schnell zurück, und sie leiden wieder unter fremd verursachtem Stress.