Die Spinnmilben (Rote Spinne) sind die gefährlichsten Feinde der Melonen im Freiland und auch unter Glas

Die Spinnmilben (Rote Spinne) sind die gefährlichsten Feinde der Melonen im Freiland und auch unter Glas.

In Hitzeperioden ist auf diesen Schädling ganz besonders zu achten. Als vorbeugende Maßnahme gilt das Erzeugen feuchter Luft. Darum müssen die Melonen im Freiland wie auch die unter Glas an heißen Tagen mehrmals überspritzt werden. Dazu muß das Wasser Temperaturen von 16 bis 20°C aufweisen. Machen sich trotzdem Spinnmilben bemerkbar, dann bekämpft man sie mit chemischen Mitteln (Akarizide). Was unter Ratschlag  gesagt wird, ist auch auf Melonen übertragbar. Hinsichtlich der übrigen Krankheiten und Schädlinge ergeben sich kaum Unterschiede, so daß die in der Tabelle. genannten Maßnahmenzu beachten sind.

Unter Glas kultivierte Melonen müssen künstlich bestäubt werden, was auch für die Freilandmelonen zu empfehlen ist

Unter Glas kultivierte Melonen müssen künstlich bestäubt werden, was auch für die Freilandmelonen zu empfehlen ist.

Melonen haben getrenntgeschlechtliche Blüten und sind einhäusig. Das heißt, an jeder Pflanze sind männliche und weibliche Blüten zu finden. Wenn sich Früchte entwickeln sollen, muß der Blütenstaub  (Pollen) von einer männlichen auf eine weibliche Blüte gelangen. Das Übertragen des Blütenstaubes besorgen in der Regel die Bienen. Wer sicher gehen will, sollte sich aber nicht auf diese Insekten verlassen, sondern selbst bestäuben. Am einfachsten überträgt man den Pollen, wenn man eine männliche Blüte abpflückt und ihre Staubbehälter mit der Narbe einer weiblichen Blüte zusammenbringt. Der Sicherheit wegen wiederholt man diese Arbeit an einigen Tagen. Am günstigsten zum Bestäuben sind die Mittagsstunden bei Sonnenschein.

Die Ernte der Melonen erfolgt erst in vollreifem Zustand

Die Ernte der Melonen erfolgt erst in vollreifem Zustand.

Das volle und typische Melonenaroma wird nur erreicht, wenn man den richtigen Erntezeitpunkt abpaßt. Die Vollreife ist einerseits am Duft, andererseits daran zu erkennen, daß am Stielansatz feine Risse entstehen und die Früchte beginnen, sich vom Stengel zu lösen. Nach der Ernte kann man die Früchte noch 2 bis 3 Tage luftig liegen lassen. Dadurch werden Aroma und Duft noch ausgeprägter. Längere Lagerung ist jedoch nichtzu empfehlen. Melonenfrüchte sind sehr frostempfindlich. Im Freiland müssen sie deshalb geerntet sein, bevor die ersten Nachtfröste auftreten.

An jeder Melonenpflanze läßt man nur 4 bis 5 Früchte zur Entwicklung kommen

An jeder Melonenpflanze läßt man nur 4 bis 5 Früchte zur Entwicklung kommen.

Nur auf diese Weise sind ansehnliche Früchte zu erzielen. Alle übrigen Fruchtansätze werden entfernt, sobald es sicher ist, daß sich die ersten Früchte weiterentwickeln. Ebenso entfernt man auch die Seitentriebe ohne Fruchtansatz direkt an der Basis. Damit die Melonen nicht faulen, dürfen sie nicht auf der Erde aufliegen. Sobald sie die Größe eines Hühnereies erreicht haben, schiebt man vorsichtig unter jede Frucht eine Unterlage. Am besten eignen sich entsprechend große Glasscheiben. Holz ist für diesen Zweck ungeeignet.

Melonen setzen weibliche Blüten bzw. Früchte erst an den Seitentrieben zweiter Ordnung an

Melonen setzen weibliche Blüten bzw. Früchte erst an den Seitentrieben zweiter Ordnung an.

Nur sorgfältiger Schnitt gewährleistet auch einen zufriedenstellenden Ertrag. Der Haupttrieb wird erstmalig entspitzt, wenn das 6. Laubblatt normal entwickelt ist. Man schneidet über dem 5. Blatt. Die entstehenden Seitentriebe 1. Ordnung stutzt man nach dem 3. Blatt. An diesen Seitentrieben entwickeln sich die Triebe 2. Ordnung mit den weiblichen Blüten. Nachdem die ersten Früchte etwa Walnußgroße erreicht haben, werden die Triebe zwei Blätter über dem ersten Fruchtansatz gestutzt. Unter Umständen ist es notwendig, den Pflanzen eine größere Zahl Blätter zu belassen, damit ausreichend Blattfläche zur Entwicklung der Früchte zur Verfügung steht. Die gesamte Bodenfläche soll gleichmäßig mit Blättern bedeckt sein.

Beim Anleiten an Dederonspalieren oder an Schnüren im Kleingewächshaus schneidet man den Haupttrieb, nachdem er den oberen Spanndraht erreicht hat. Die Seitentriebe 1. Ordnung sind bereits nach dem 1. oder 2. Blatt zu stutzen, die Nebentriebe 2. Ordnung ein Blatt nach der ersten Frucht.

Zum Gießen der Melonen darf auf keinen Fall kaltes Leitungswasser genommen werden

Zum Gießen der Melonen darf auf keinen Fall kaltes Leitungswasser genommen werden.

Dadurch würde das Wachstum der Pflanzen stark beeinträchtigt. Man verwendet deshalb abgestandenes, im Laufe des Tages leicht erwärmtes Wasser aus einem Behälter oder Bassin. Das gilt auch für das Verabreichen von Nährlösungen. Dabei ist peinlich darauf zu achten, daß die Erde in unmittelbarer Nähe des Stammes bzw. des Wurzelhalses trocken bleibt, um dem Auftreten der Stammfäule vorzubeugen. Eine brauchbare und verbreitete Methode besteht darin, links und rechts neben den Pflanzen je einen Blumentopf bis an den Rand einzugraben und in diese das Gießwasser sowie die Nährlösungen zu geben. Während der Blüte bis zum Fruchtansatz ist nur sparsam zu gießen.