Über die Zweckmäßigkeit des Schnittes von Kastengurken sind die Ansichten geteilt

Über die Zweckmäßigkeit des Schnittes von Kastengurken sind die Ansichten geteilt.

Tatsache ist, daß geschnittene Pflanzen früher erntefähige Früchte bringen und auch im Gesamtertrag günstiger liegen. Die Schnittmethoden sind recht unterschiedlich.

Bewährt hat sich u.a. folgende Methode: Sobald die Pflanzen 4 bis 5 normale Blätter gebildet haben, entspitzt man sie auf 2 oder 3 Blätter. Die entstehenden Seitentriebe 1. Ordnung schneidet man über dem 4. Blatt. Dabei kann man es bewenden lassen. Wer die Mühe nicht scheut, schneidet noch die Seitentriebe 2. Ordnung jeweils nach dem vierten oder fünften Blatt. Bei Hybridsorten kann der Schnitt unterbleiben.

Gurken wollen recht warm stehen, deshalb muß für ausreichend Deckmaterial gesorgt werden.

Gurken wollen recht warm stehen, deshalb muß für ausreichend Deckmaterial gesorgt werden.

Die Frühbeete sind jede Nacht mit Strohdecken o. ä. Deckmaterial zu versehen, auch wenn keine Nachtfröste erwartet werden. Dadurch verringert man die Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht. Das Abdecken sollte bis zum Juni beibehalten werden. In der ersten Zeit nach der Pflanzung bzw. nach der Aussaat lüftet man nur bei Temperaturen über 25°C. Dabei sind die Frühbeetfenster stets nach der dem Wind abgewandten Seite zu lüften. Im Hinblick auf die Düngung und Bewässerung der Kastengurke gelten sinngemäß die Ausführungen im Ratschlag.

Der Anbau von Gurken im Frühbeet sollte in erster Linie als Zweitkultur zur Sommemutzung erfolgen.

Der Anbau von Gurken im Frühbeet sollte in erster Linie als Zweitkultur zur Sommemutzung erfolgen.

Im warmen Kasten können Gurken ab Mitte April, im kalten Kasten von Ende April bis Anfang Mai gepflanzt oder gesät werden, notfalls zwischen die erst teilweise abgeerntete Vorfrucht.

Stehen vorkultivierte Gurkenpflanzen zur Verfügung, dann werden unter jedem Frühbeetfenster (1,50 m x 0,80 m) zwei ausgepflanzt. Normalerweise genügen auch 3 Pflanzen für 2 Fenster. Die gleiche Bestandesdichte wird bei der Aussaat eingehalten. Hier sind je Saatstelle 3 vollkernige Gurkensamen auszulegen und nur etwa 1 cm mit Erde zu bedekken. Später, nachdem die aufgelaufenen Pflänzchen das erste normale Blatt entwickelt haben, bleibt nur die kräftigste Pflanze je Saatstelle stehen. Die übrigen werden nicht aus der Erde gezogen, sondern abgeschnitten, um die verbleibende Pflanze nicht in ihrer Entwicklung zu stören.

Im kalten Kasten sollte jede Pflanz- bzw. Saatstelle mindestens mit guter Komposterde versehen werden. Noch günstiger ist jedoch eine Unterlage aus frischem Stalldung.

Beim Anbau von Hausgurken sollte man das Lüften auf ein Mindestmaß beschränken

Beim Anbau von Hausgurken sollte man das Lüften auf ein Mindestmaß beschränken.

Es wird erst bei Temperaturen über 28°C notwendig. Jedes Lüften hat auch ein Absinken der Luftfeuchtigkeit zur Folge, wodurch gleichzeitig das Auftreten von Spinnmilben begünstigt wird. Diesen Feuchtigkeitsverlust muß man deshalb unbedingt durch Spritzen ausgleichen. Um Blattverbrennungen infolge starker Sonneneinstrahlung zu vermeiden, sind Kleingewächshäuser zu schattieren. Dazu eignen sich am besten Schattenleinen oder ähnliches Gewebe. Das Anstreichen mit Kalkbrühe ist ebenfalls möglich, muß jedoch nach einiger Zeit wiederholt werden, sobald die Schutzschicht vom Regen teilweise abgewaschen ist.

Hausgurken stellen hohe Anforderungen an die Nährstoff- und Wasserversorgung

Hausgurken stellen hohe Anforderungen an die Nährstoff- und Wasserversorgung.

Die erste Kopfdüngung erfolgt spätestens vier Wochen nach der Pflanzung. Je m2 gibt man 5g N und 5g K in Form einer 0,3%igen Nährlösung. Bei der Auswahl der Düngerarten ist zu beachten, daß Gurken stark kalibedürftig und außerdem chloridempfindlich sind. Wenn man einen stickstoffreichen Volldünger verwendet, dann muß evtl. noch zusätzlich ein Kalidünger eingesetzt werden. Mit Beginn der Fruchtentwicklung ist regelmäßig jede Woche einmal zu düngen. Man stellt am besten 0,3%ige Nährlösungen her und gibt davon jeder Pflanze ein bis zwei Liter. Um die ausreichende Versorgung mit allen Nährstoffen und den wichtigsten Spurenelementen zu sichern, wechselt man ständig zwischen Stickstoffdünger und Volldünger.

Der Wasserbedarf hängt von dem Entwicklungszustand der Pflanzen sowie den Licht- und Temperaturbedingungen ab. In der Zeit von Mai bis Juli sind bei warmer Witterung tägliche Wassergaben von von 2 bis 3 l je Pflanze notwendig. Liegen die Temperaturen sehr hoch, sollte außerdem noch mit Wasser gespritzt werden, um die nötige Luftfeuchtigkeit zu erreichen. Bei allen Bewässerungsmaßnahmen ist darauf zu achten, daß Wurzelhals und Blätter möglichst wenig mit Wasser benetzt werden bzw. rasch wieder abtrocknen, um der gefährlichen Stengelfäule und anderen pilzlichen Erkrankungen vorzubeugen.

Durch das tägliche Wässern und Spritzen der Gurken sind die Wege oft sehr schlammig und aufgeweicht, wodurch das Betreten der Häuser erschwert wird. Ein entsprechend breiter Lattenrost oder eine dicke Lage Stroh schaffen Abhilfe und erleichtern die Pflege- und Erntearbeiten.

Bei der Pflege der Hausgurken gehört der Schnitt zu den wichtigsten Maßnahmen

Bei der Pflege der Hausgurken gehört der Schnitt zu den wichtigsten Maßnahmen.

Etwa 3 bis 4 Wochen nach dem Anwachsen erreicht der Haupttrieb der Ende April gepflanzten Gurken den oberen Spanndraht. Hier wird er in lockerem Bogen über den Draht gelegt, gestutzt und festgebunden. Am Haupttrieb der Pflanze bilden sich in der Regel eine größere Anzahl sog. Stammfrüchte. Im Interesse einer besseren Pflanzenentwicklung sind die unteren Stammfrüchte bis in eine Höhe von 60 cm rechtzeitig zu entfernen. Nach der ersten Ernte der Stammfrüchte entwickeln sich am Haupttrieb die Seitentriebe 1. Ordnung. Teilweise zeigen sich aber bereits kurze Zeit nach dem Anwachsen in Bodennähe kräftige Seitentriebe. Diese sind bis in eine Höhe von 30cm unbedingtzu beseitigen, da sie das Wachstum des Haupttriebes hemmen. Ab 30 cm Höhe werden die Seitentriebe belassen und nach 2 Fruchtansätzen bzw. weiblichen Blüten gestutzt. Entwickeln sich viele Seitentriebe, stutzt man bereits nach dem ersten Fruchtansatz, um die Pflanze nicht vorzeitig zu erschöpfen. Alle Schnittarbeiten erfolgen mit einem möglichst scharfen Messer etwa 2cm oberhalb des betreffenden Blattes. An den Seitentrieben 1. Ordnung entwickeln sich neben den Blüten auch Seitentriebe 2. Ordnung. Von diesen wird jeweils nur der dem Haupttrieb am nächsten stehende belassen und ebenfalls nach 1 oder 2 Fruchtansätzen gestutzt. Danach beschränkt sich der Schnitt auf das Entfernen der Triebspitzen und gelegentliches Auslichten. Beim Schneiden entfernt man gleichzeitig gelbe oder kranke Blätter. Wichtig ist ferner, daß man alle Früchte, die Mißbildungen aufweisen, in einem möglichst frühen Entwicklungsstadium abschneidet. Auch zu groß gewordene Früchte wirken sich nachteilig auf die Entwicklung der normalen Früchte aus.