Artischocken sind verhältnismäßig frostempfindlich und müssen sorgsam überwintert werden

Artischocken sind verhältnismäßig frostempfindlich und müssen sorgsam überwintert werden.

Im Oktober schneidet man die abgeernteten Blütenstengel dicht über dem Boden ab und bindet die Blätter schopfartig zusammen. Danach werden die Pflanzen mit Fichtenreisig abgedeckt und 20 bis 30cm hoch mit Erde angehäufelt. Um der Fäulnisgefahr vorzubeugen, sollte man ein direktes Aufbringen der Erde auf die Pflanzen vermeiden.

Bei frostfreiem Wetter ist es vorteilhaft, die Pflanzen zu lüften, damit keine Fäulnis auftritt. Die Schutzdecke wird dabei so weit entfernt, daß die frische Luft bis an den Wurzelhals heran kann. Bei Frostgefahr muß selbstverständlich wieder abgedeckt werden. Ende März bis Mitte April sind die Artischocken wieder freizulegen und alle Triebe bis auf die drei kräftigsten zu entfernen.

Die Ernte der Artischocken beginnt je nach Witterung und Alter der Pflanzen bereits im Juli und hält bis etwa Ende September an

Die Ernte der Artischocken beginnt je nach Witterung und Alter der Pflanzen bereits im Juli und hält bis etwa Ende September an.

Man erntet nur die voll entwickelten, etwa faustgroßen, fleischigen Blütenknospen. Sie dürfen noch keine Blütenblätter erkennen lassen und müssen spätestens vor dem Auflockern der Kelchblätter etwa 2 bis 3 cm unterhalb des Blütenbodens abgeschnitten werden. Kühl gelagert, halten sich geerntete Artischocken 3 bis 4 Wochen.

Artischocken müssen besonders bei warmer Witterung reichlich gewässert werden

Artischocken müssen besonders bei warmer Witterung reichlich gewässert werden.

Für ein gutes Gedeihen der Pflanzen ist außerdem regelmäßiges Hacken bzw. Lockern des Bodens erforderlich. Um möglichst große Blütenköpfe zu erzielen, müssen die oft zahlreich erscheinenden Seitenknospen der Haupttriebe ausgebrochen werden. Man rechnet mit höchstens 6 bis 8 Blütenständen je Pflanze, bei einjährigen Beständen sind es noch weniger. Unter Krankheiten und Schädlingen haben die Artischocken kaum zu leiden. Eventueller Blattlausbefall ist mit den bekannten Mitteln zu bekämpfen.

Die Artischocke stellt sehr hohe Anforderungen an die Humus- und Nährstoffversorgung des Bodens

Die Artischocke stellt sehr hohe Anforderungen an die Humus- und Nährstoffversorgung des Bodens.

Außer der Stalldung- oder Kompostgabe zur Pflanzvorbereitung sollte die Pflanzstelle in jedem folgenden Standjahr erneut mit Humus angereichert werden. Der Nährstoffbedarf ist außerordentlich hoch, wobei keine besonderen Ansprüche an die Düngerform bestehen. Die Kali- und Phosphordüngung gibt man ein bis zwei Wochen vor der Pflanzung, in den späteren Standjahren im zeitigen Frühjahr vor dem Neuaustrieb. Außer der Stickstoffstartdüngung von 5g N/m² zur Pflanzung bzw. zum Neuaustrieb sind noch 3 bis 4 Kopfdüngergaben in gleicher Höhe erforderlich. Günstiger ist es, die Kopfdüngung noch weiter zu unterteilen und alle 14 Tage eine 0,3% ige Flüssigdüngung vorzunehmen. Die letzte Stickstoffgäbe erfolgt Anfang August.

Wer bereits über Mutterpflanzen verfügt, kann Artischocken auch vegetativ durch Stecklinge vermehren

Wer bereits über Mutterpflanzen verfügt, kann Artischocken auch vegetativ durch Stecklinge vermehren.

Bei vollkommen frostfreiem Wetter und frostfreiem Boden schneidet man die Stecklinge bereits im März. Als Mutterpflanze wählt man Stauden, die sich im Vorjahr durch besonders dickfleischige Blütenstände auszeichneten. Die Mutterpflanzen werden freigelegt und die Nebensprosse mit einem scharfen Messer glatt am Hauptstamm abgeschnitten. Jeder Mutterpflanze beläßt man nur die drei kräftigsten Stengel. Am besten eignen sich jene Sprosse, die eine kräftige Basis besitzen und bereits kleine Würzelchengetrieben haben. Alle schwachen Sprosse werden weggeworfen. Nach dem Schneiden sind die Mutterpflanzen wieder sorgfältig mit Erde einzudecken. Die geschnittenen Stecklinge pflanzt man sofort in 7—9cm-Töpfe und stellt sie in ein warmes Frühbeet oder Kleingewächshaus. Bei mildem Wetter muß reichlich gelüftet werden. Für die Pflanzung gilt das zu den Sämlingen Gesagte. Falls das Schneiden der Stecklinge im März unterblieben ist, kann man es Mitte April nachholen und pflanzt gleich an Ort und Stelle ins Freiland.