Der Kleinanbauer kann auch die schwachen Wurzeln verwerten, soweit er sie nicht als Fechser zur Neuanpflanzung benutzt

Der Kleinanbauer kann auch die schwachen Wurzeln verwerten, soweit er sie nicht als Fechser zur Neuanpflanzung benutzt.

Beim Gurkeneinlegen wird gewöhnlich viel Meerrettich gebraucht. Dazu eignen sich die schwachen Wurzeln. Wer vom Vorjahre keine aufbewahren konnte, verwendet die, die im Sommer beim Freilegen der Stangen anfallen.

Im Spätherbst (Oktober/November) werden alle Meerrettichwurzeln ausgegraben und im Keller zum späteren Verbrauch eingeschlagen

Im Spätherbst (Oktober/November) werden alle Meerrettichwurzeln ausgegraben und im Keller zum späteren Verbrauch eingeschlagen.

Dabei muß man darauf achten, daß auch die kleinsten Wurzelstücke mit erfaßt werden. Andernfalls entwickeln sich diese in den folgenden Jahren zu einem sehr lästigen Unkraut, denn auch das winzigste Stück treibt wieder aus. Im Keller werden die Stangen in feuchten Sand eingeschlagen. Der Keller muß aber kühl sein, weil sonst der Meerrettich im Laufe des Winters austreibt und dadurch der Gebrauchswert der Stangen vermindert wird. Recht kühl aufbewahrt hält sich Meerrettich viele Monate lang.

Ende Juni/Anfang Juli werden die Meerrettichstangen freigelegt und alle Seitenwurzeln entfernt

Ende Juni/Anfang Juli werden die Meerrettichstangen freigelegt und alle Seitenwurzeln entfernt.

An den gepflanzten Fechsern sind bis dahin gewöhnlich eine ganze Menge Seitenwurzeln ausgetrieben. Wenn man starke Meerrettichstangen erzielen will, dürfen sich diese Wurzeln nicht weiter entwickeln. Das Freilegen der Stangen muß vorsichtig geschehen. Die am unteren Ende sitzenden Wurzeln dürfen unter dem Freilegen der Stangen nicht leiden. Wie vor dem Pflanzen werden die stärkeren Seitenwurzeln mit dem Messer entfernt. Alle anderen sind mit einem rauhen Lappen abzureiben. Anschließend sind die Stangen sofort wieder mit Erde zu bedecken.

Der Reihenabstand beim Meerrettich muß 80 cm betragen. Auf der Reihe wird mit etwa 30 cm Abstand gepflanzt

Der Reihenabstand beim Meerrettich muß 80 cm betragen. Auf der Reihe wird mit etwa 30 cm Abstand gepflanzt.

Beetweise wird Meerrettich im Kleingarten nur selten angelegt. Im allgemeinen deckt eine längere oder kürzere Reihe den Hausbedarf. Bei nur wenigen Fechsern bedient man sich zum Pflanzen eines mindestens 30cm langen Pflanzholzes. Es wird der Fechserlänge entsprechend schräg in den Boden gedrückt, der nach dem Einschieben des Fechsers festzutreten ist.

Beim Pflanzen dürfen die Fechser nicht senkrecht, sondern müssen schräg in die Erde gebracht werden

Beim Pflanzen dürfen die Fechser nicht senkrecht, sondern müssen schräg in die Erde gebracht werden.

Der Einpflanzwinkel beträgt etwa 30°. Die Fechser werden so tief gepflanzt, daß ihre Köpfe genau mit der Bodenoberfläche abschneiden. Das flache Pflanzen erleichtert die im Sommer nötige Freilegung der Meerrettichstangen. Außerdem kommen die Fechser dadurch in den Genuß des Luftsauerstoffs, der in die tieferen Bodenschichten schwer eindringen kann.