In nassen Sommern tritt an der Eierfrucht oft die Krautfäule auf, die den ganzen Erfolg in Frage stellt

In nassen Sommern tritt an der Eierfrucht oft die Krautfäule auf, die den ganzen Erfolg in Frage stellt.

Die Blätter werden braun und auch die Früchte fleckig, so daß sie nicht zu verwerten sind. Meist gehen dann auch die Pflanzen zugrunde. Der einzige Schutz dagegen sind Frühbeetfenster, mit denen man die Eierfrucht überbaut. Ein guter Notbehelf sind mit Folien bespannte Holzrahmen, die man an Stelle der Fenster verwenden kann.

Die Ernte der Eierfrüchte beginnt, in Abhängigkeit vom Witterungsverlauf, etwa ab Mitte August

Die Ernte der Eierfrüchte beginnt, in Abhängigkeit vom Witterungsverlauf, etwa ab Mitte August.

Man läßt die Früchte möglichst groß werden, muß jedoch ernten, solange sie eine glänzende, sich fettig anfühlende Fruchtschale besitzen. Überständige Früchte zeigen eine stumpfe, nicht glänzende Oberfläche. Unter Glas und Folie bringen gut entwickelte Pflanzen 6 bis 8, teilweise auch mehr Früchte. Im Freiland sind es dagegen oft nur 3 bis 4 Früchte. Geerntete Eierfrüchte lassen sich längere Zeit halten, wenn sie kühl und luftig aufbewahrt werden.

Um schöne große Früchte zu erzielen, müssen der Haupttrieb sowie die Nebentriebe gestutzt werden

Um schöne große Früchte zu erzielen, müssen der Haupttrieb sowie die Nebentriebe gestutzt werden.

Im August erscheinen an den Nebentrieben die Blüten. Nachdem sie angesetzt haben, stutzt man den Haupttrieb. Die fruchtenden Triebe schneidet man ebenfalls zwei Blätter über dem Fruchtansatz, während unfruchtbare Triebe ganz zu entfernen sind. Eierfrüchte benötigen keine Stütze wie die Tomaten, da sie selbst eine ausreichende Standfestigkeit besitzen. Während der Vegetation ist ausgiebig zu wässern und für eine gleichmäßige Nährstoffzufuhr zu sorgen. Es genügen zwei Kopfdüngergaben von je 5 g N/m2, die man jedoch besser auf mehrere Gaben verteilt und möglichst in flüssiger Form geben sollte. An Stelle eines reinen Stickstoffdüngers ist ein Volldünger in entsprechender Menge zu empfehlen.

Eierfrüchte zeigen als Jungpfianzen zunächst eine deutlich langsamere Entwicklung als Tomaten oder Paprika

Eierfrüchte zeigen als Jungpfianzen zunächst eine deutlich langsamere Entwicklung als Tomaten oder Paprika.

Man muß sie deshalb auch entsprechend zeitiger aussäen und beginnt damit bereits Anfang bis Mitte Februar, wenn später unter Glas oder Folie kultiviert wird, und spätestens Anfang bis Mitte März, wenn der Anbau im Freiland erfolgen soll. Zur Keimung benötigt die Eierfrucht Temperaturen von 20 bis 22°C, d.h. die Aussaatgefäße sind in einem beheizten Raum am Fenster aufzustellen. Die Sämlinge pikiert man auf einen Abstand von 4 bis 5cm oder auch gleich in Töpfe. In dieser Zeit sind Temperaturen von 18 bis 20°C erforderlich. Später, wenn die Pflänzchen gut eingewurzelt sind, genügen 15 bis 18°C, so daß man sie in ein warmes Frühbeet bringen kann. Gegen Mitte Mai sind die Eierfrüchte pflanzfertig. Sowohl unter Glas und Folie als auch im Freiland beträgt die Standweite je nach Sorte 50cmx40cm bis 60cmx50cm. In das Freiland sollte nicht vor dem 20. Mai gepflanzt werden. Eine Bodenbedeckung mit verrottetem Stalldung, Torf oder anderem geeigneten Material wirkt sich bei Eierfrüchten immer vorteilhaft aus. Es wird sofort nach dem Pflanzen abgedeckt und erst danach gründlich gegossen.

Die besten Erfolge erzielt man, wenn die Eierfrucht unter Glas oder Folie kultiviert wird

Die besten Erfolge erzielt man, wenn die Eierfrucht unter Glas oder Folie kultiviert wird.

Zur Sommernutzung von Frühbeeten und Kleingewächshäusern ist diese Gemüseart sehr zu empfehlen. Hier sind die Pflanzen vor Regen und zu starker nächtlicher Abkühlung geschützt und können sich ohne Wachstumsstockungen entwickeln. Im Frühbeetkasten müssen die Fenster hochgelegt werden, sobald die Pflanzen so groß sind, daß sie fast an das Glas stoßen. Dazu schlägt man an den Längsseiten des Frühbeetkastens Pfähle ein und verbindet sie mit Latten, worauf die Fenster zu liegen kommen. So stehen die Pflanzen luftig und doch gegen Witterungseinflüsse geschützt. Ein Überbauen mit Frühbeetfenstern oder mit foliebespannten Holzrahmen ist übrigens auch im Freiland zu empfehlen. Es genügt, wenn sich der Folie – oder Glasschutz etwa 80cm über dem Erdboden befindet. Die Fenster bzw. Folierahmen bleiben während der gesamten Vegetation über den Pflanzen. Schattiert wird nicht, da Eierfrüchte volles Licht fordern.

Eierfrüchte können in ihren Ansprüchen mit den Tomaten verglichen werden, stellen jedoch noch wesentlich höhere Anforderungen an den Wärmehaushalt

Eierfrüchte können in ihren Ansprüchen mit den Tomaten verglichen werden, stellen jedoch noch wesentlich höhere Anforderungen an den Wärmehaushalt.

Ein Anbau im Freiland kann nur in warmer, sonniger Lage empfohlen werden und ist trotzdem stets mit einem entsprechenden Risiko verbunden.

Optimale Fruchterträge sind unter unseren klimatischen Bedingungen im Freiland nicht zu erwarten. Leichter Boden, der sich im Frühjahr schnell erwärmt und einen hohen Humusgehalt aufweist, eignet sich für den Anbau am besten. Schwerer, nasser Boden ist dagegen völlig ungeeignet. Besonders günstig wirkt sich ein Standort vor der Südseite einer Mauer auf die Pflanzenentwicklung aus.