Durch häufiges Hacken erspart man viel Gießarbeit und verhindert das Überhandnehmen von Unkraut

Durch häufiges Hacken erspart man viel Gießarbeit und verhindert das Überhandnehmen von Unkraut.

Bestellte Gemüsebeete werden nur ganz flach gehackt. Dadurch entsteht eine grob gelockerte Erdschicht. In ihr sind die feinen Bodenporen zerstört. Bei dichtliegendem Boden gelangt das Bodenwasser durch die wassersteigende Kraft (Kapillarität) der Bodenporen bis an die Bodenoberfläche. Das Wasser verdunstet dort und geht den Pflanzenwurzeln verloren. Daraus ergibt sich, daß nach jedem Regen oder Gießen gehackt werden muß, damit diese zusätzliche Verdunstung unterbleibt. Um die richtige Wirkung zu erzielen, wartet man mit dem Hacken, bis der Boden nicht mehr schmiert und hackfähig ist. Laufendes Hacken läßt auch das Unkraut nicht zur Entwicklung kommen.

Soll der Boden im Laufe des Jahres für eine Zweitfrucht bearbeitet werden, dann ist unbedingt spatentief zu lockern

Soll der Boden im Laufe des Jahres für eine Zweitfrucht bearbeitet werden, dann ist unbedingt spatentief zu lockern.

Dabei geht natürlich Bodenfeuchtigkeit verloren. Es ist deshalb besonders bei trockener Witterung sehr zu empfehlen, den Wassergehalt des Bodens vor dem Graben bzw. sofort nach dem Abernten der orfrucht wieder aufzufüllen. Je m² gibt man 30 bis 40 mm, das sirtd 3 bis 4 Kannen Wasser. Auf leichten Böden und bei sehr gutem Kulturzustand genügt eventuell auch ein tiefes Grubbern.

Das Holländern ist eine Art der Bodenbearbeitung, die zwischen Graben und Rigolen liegt

Das Holländern ist eine Art der Bodenbearbeitung, die zwischen Graben und Rigolen liegt.

Beim Holländern wird der Boden zwei Spatenstiche tief umgegraben. Man hebt zunächst einen spatentiefen Graben von etwa 40 bis 50cm Breite aus und legt den Aushub beiseite. Danach stellt man sich rechtwinklig zur Grabenrichtung und gräbt die Grabensohle normal um. Auf die nun gelockerte Grabenschicht wird der nächste Spatenstich gegeben und in der geschilderten Weise weiter verfahren. Selbstverständlich kann dabei gleich organischer Dünger eingebracht werden. Das erfolgt so wie beim normalen Umgraben.

Unter Rigolen versteht man eine Tiefenlockerung des Bodens auf drei Spatenstiche

Unter Rigolen versteht man eine Tiefenlockerung des Bodens auf drei Spatenstiche.

Rigolen ist notwendig, wenn tiefwurzelnde Gemüsearten auf Land mit einer schwachen Schicht Mutterboden und festem Untergrund angebaut werden sollen. Außerdem kann man Moorboden mit Sanduntergrund durch Rigolen in fruchtbares Gemüseland verwandeln. Im ersten Falle ist darauf zu achten, daß der Mutterboden, also die obere Schicht, beim Rigolen nicht in den Untergrund gelangt. Alle Schichten müssen nach dem Rigolen wieder an der alten Stelle liegen. Die unteren sind dann also nur gelockert. Im zweiten Falle müssen die Schichten beim Rigolen gemischt werden, also der in tieferen Schichten liegende Sand mit dem bisher obenliegenden Moorboden. Da der Moorboden in der Regel sauer ist, muß in die obere Schicht auch Kalk eingearbeitet werden, damit der erforderliche Reaktionsgrad entsteht. Das Rigolen ist generell im Herbst und bei offenem Boden durchzuführen.

Schnee darf nie eingegraben werden, weil er im Frühjahr das Erwärmen des Bodens wesentlich verzögert

Schnee darf nie eingegraben werden, weil er im Frühjahr das Erwärmen des Bodens wesentlich verzögert.

Schnee schützt nicht nur das im Freien überwinternde Gemüse (Porree, Salat) vor Frostschäden, sondern übt auch auf den Boden einen günstigen Einfluß aus. Aber in die Erde eingegraben bewirkt er beim Auspflanzen oder Aussäen der frühen Gemüsearten das Gegenteil. Der Boden erwärmt sich sehr langsam und bleibt auch zu lange naß, wodurch die Bestellung des Landes verzögert wird.

Gründliche Bodenbearbeitung im Herbst sichert den Erfolg für das nächste Jahr

Gründliche Bodenbearbeitung im Herbst sichert den Erfolg für das nächste Jahr.

Bis zum Eintritt von Frösten sollte im Herbst jedes unbesetzte Gemüseland in grober Scholle umgegraben sein, damit der Frost seine günstige Wirkung auf den Boden ausüben kann. Der Spaten ist bei der Herbstbearbeitung das beste Gerät. Mit ihm gräbt man so tief wie irgend möglich um, legt Scholle an Scholle und vermeidet alles, was die Erdschollen zerkleinern oder zerstören könnte. Das ist für das Einwirken von Frost und Wasser sehr wichtig. Durch den Frost wird die gegrabene Bodenschicht zermürbt. Das Wasser der Winterniederschläge (Regen, Schnee) kann ungehindert ein-dringen.