Wenn Blumenkohl auf mit Kohlhernie verseuchtes Land gepflanzt wird, ist mit einem völligen Mißerfolg zu rechnen

Wenn Blumenkohl auf mit Kohlhernie verseuchtes Land gepflanzt wird, ist mit einem völligen Mißerfolg zu rechnen.

Kohlhernie äußert sich durch knollige Wucherungen an den Wurzeln der befallenen Pflanzen. Es handelt sich um das Zerstörungswerk eines Schleimpilzes, der den Blumenkohl (auch andere Kohlgewächse) zum Absterben bringt. Der Pilz ist im Boden schwer abzutöten. Darum ist es besser, auf verseuchtes Land etwa vier Jahre keinen Kohl zu pflanzen. In der Zwischenzeit ist der Boden reichlich zu kalken. Mit Kohlhernie befallene, am besten auch gesund erscheinende Kohlstrünke müssen vorsichtig ausgegraben und verbrannt werden. Sie dürfen keinesfalls auf den Komposthaufen gelangen.

Von der Drehherzmücke befallene Pflanzen können keine Blumen entwickeln

Von der Drehherzmücke befallene Pflanzen können keine Blumen entwickeln.

Die Drehherzmücke legt ihre Eier an die in der ersten Entwicklung stehenden Herzblätter, die von den auskriechenden Larven zerstört werden. Die Blumenkohlpflanzen können sich dadurch nicht weiter entwickeln. Wer die Herzblätter wöchentlich vorbeugend mit einem systemischen Insektizid spritzt, verhindert die Eiablage oder tötet die Larven, bevor sie Schaden anrichten können. Das Spritzen beginnt Mitte April bzw. etwa 8 Tage nach dem Pflanzen und wird drei- bis viermal wiederholt.

Von der Kohlfliege wird Blumenkohl zur Eiablage ganz besonders bevorzugt

Von der Kohlfliege wird Blumenkohl zur Eiablage ganz besonders bevorzugt.

Schon ab Mitte April legen die Kohlfliegen ihre Eier an den Wurzelhals der Blumenkohlpflanzen. Die Larven benagen den Wurzelhals, bohren sich in ihn ein und lassen dadurch die Pflanzen nicht zur Entwicklung kommen. Wo aufgepaßt wird, entsteht kein Schaden. Tägliche Stichproben sind nötig, damit man sieht, ob die Eiablage erfolgt ist. Die weißlichen, nur millimeterlangen Eier findet man meist zu mehreren dicht unter der Erde am Wurzelhals der Pflanzen. Werden Eier festgestellt, dann wartet mah noch einige Tage und wendet dann ein Gießmittel gegen Kohlfliegen an. Das Gießen wird nach etwa einer Woche wiederholt. Wer ganz sicher gehen will, gießt den Blumenkohl gleich nach dem Pflanzen mit dem Mittel an und wiederholt diese Vorsichtsmaßnahme in Abständen von 8 Tagen noch zweimal.

Um den richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen, sind die Blumen mit Beginn der Erntezeit ständig auf ihre Schnittreife zu überprüfen

Um den richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen, sind die Blumen mit Beginn der Erntezeit ständig auf ihre Schnittreife zu überprüfen.

Man muß die Blumen ernten, bevor sie beginnen aufzulockern. Besonders bei warmer Witterung wird dieser Zustand relativ schnell erreicht bzw. ‘überschritten. Obwohl die neuen Sorten nur noch wenig zur Verfärbung neigen, ist es empfehlenswert, die sich entwickelnden Blumen durch Umknicken oder Zusammenbinden der Blätter vor direkter Sonneneinwirkung zu schützen. Herbstblumenkohl muß unbedingt vor Eintritt stärkerer Fröste geerntet werden. Sollten die Blumen noch zu klein sein, dann kann man sie mit möglichst großem Erdbällen aus dem Boden heben und im Frühbeet oder Gewächshaus einschlagen, wo sofort gründlich zu wässern ist. Günstig ist auch, den letzten Spätblumenkohl rechtzeitig mit einem Folienzelt zu überbauen.

Entscheidend für den Anbauerfolg ist das Vermeiden von Wachstumsstockungen

Entscheidend für den Anbauerfolg ist das Vermeiden von Wachstumsstockungen.

Deshalb müssen alle Maßnahmen während der Pflanzenentwicklung auf eine möglichst gleichmäßige Nährstoff- und besonders Wasserversorgung ausgerichtet sein. Blumenkohl benötigt bis zur Ernte 4 bis 5 Wassergaben von je 20 l/m2. Die Abstände zwischen den einzelnen Wassergaben dürfen bei warmer Witterung nicht größer als 5 bis 6 Tage sein. Sehr vorteilhaft wirkt sich eine Bodenbedeckung mit organischem Material aus. Sie sorgt für gleichbleibende Feuchtigkeit, gute Bodengare und verhindert die Verkrustung der Bodenoberfläche nach Regenfällen bzw. nach dem Gießen. Fehlt die Bodenbedeckung, dann muß man durch ständiges Hacken für eine gute Lockerung und Durchlüftung der oberen Bodenschicht sorgen.

Blumenkohl zählt zu den Gemüsearten, die einen sehr hohen Bedarf an organischem und mineralischem Dünger aufweisen

Blumenkohl zählt zu den Gemüsearten, die einen sehr hohen Bedarf an organischem und mineralischem Dünger aufweisen.

Er gehört deshalb in die 1. Tracht und nutzt frische Stalldunggaben sehr gut aus. Außer der mineralischen Grunddüngung erhält Blumenkohl noch 3 bis 4 Kopfdüngergaben von 5 g N/m². Die erste Kopfdüngung sollte man etwa 3 Wochen nach der Pflanzung verabreichen. Es ist außerdem vorteilhaft, den Kopfdünger in flüssiger Form, als 0,3%ige Nährlösung zu geben. Ganz besonders muß auf eine optimale Versorgung mit Spurenelementen, speziell Bor und Molybdän, geachtet werden.

Blumenkohl bevorzugt eine neutrale bis leicht alkalische Bodenreaktion, d. h. einen pH-Wert von 6,8 bis 7,2. Sollte die Bodenuntersuchung einen geringeren Wert ausweisen, dann kann man den Kalkzustand noch im Frühjahr korrigieren, da Blumenkohl frische Kalkung verträgt.