Der im Herbst nicht verbrauchte Bleichsellerie wird vor Frostbeginn im Keller eingeschlagen

Der im Herbst nicht verbrauchte Bleichsellerie wird vor Frostbeginn im Keller eingeschlagen.

Mit dem Ernten und Verbrauchen des Bleichselleries kann man etwa 3 Wochen nach dem Einhüllen beginnen. Frost macht die Blattstiele unbrauchbar. Darum nimmt man die noch vorhandenen Pflanzen mit den Wurzeln heraus und schlägt sie einschließlich Umhüllung im Keller in feuchten Sand oder in Erde ein. Der Keller muß luftig sein, damit die eingehüllten Stiele nicht verstocken. Wenn der Keller völlig dunkel ist, können die Hüllen entfernt werden.

Das Bleichen zum Erzielen zarter Blattstiele erfolgt in der ersten Hälfte des Septembers, wenn die Pflanzen voll entwickelt sind

Das Bleichen zum Erzielen zarter Blattstiele erfolgt in der ersten Hälfte des Septembers, wenn die Pflanzen voll entwickelt sind.

Zum Bleichen verwendet man Packpapier, Wellpappe oder auch Stroh. Während der Bleichzeit darf kein Licht an die Blattstiele gelangen. Um das zu erreichen, nimmt man die Blattstiele jeder Pflanze fest zusammen und umwickelt sie mit einem der angegebenen Stoffe. Zwischen dem unteren Rand der Umhüllung und der Bodenoberfläche darf kein Zwischenraum entstehen. Oben endet die Umhüllung am Blattbeginn. Die Blätter bleiben also frei. Die Blattstiele bleichen auch, wenn die Pflanzen mit Erde angehäufelt werden, was aber sehr umständlich ist. Außerdem nehmen die Blattstiele den Erdgeruch ebenso wie andere Gerüche an. Darum muß man auch darauf achten, daß die Stoffe zum Umhüllen völlig geruchfrei sind.

Stockungen in der Hauptwachstumszeit können den ganzen Erfolg gefährden

Stockungen in der Hauptwachstumszeit können den ganzen Erfolg gefährden.

Starke und lange Blattstiele sind beim Bleichsellerie nur zu erreichen, wenn er von der Jungpflanze an während der ganzen Kulturperiode in flottem Wachsen bleibt. Schwere Stockungen im Wachstum können entstehen, wenn durch das laufende Gießen die obere Bodenschicht festgeschwemmt wird, so daß die Pflanzenwurzeln unter Luftmangel leiden. Häufiges Lockern des Bodens ist darum eine Vorbedingung für den Erfolg.

Bleichsellerie darf nur so tief gepflanzt werden, wie er im Pikierbeet gestanden hat

Bleichsellerie darf nur so tief gepflanzt werden, wie er im Pikierbeet gestanden hat.

Die Basis der Blätter schließt dann mit der Erdoberfläche ab und das Wachstum verläuft normal und zügig, während zu tiefes Pflanzen die Pflanzenentwicklung erheblich hemmt. Das teilweise noch verbreitete tiefe Pflanzen in Furchen und spätere Anhäufeln kann nicht empfohlen werden, da es häufig zu Fäulnis der Herzblätter führt und insgesamt die Qualität nicht günstig beeinflußt.

Bleichsellerie benötigt je nach dem Wuchs der Sorten einen Pflanzenabstand von 50 cm x 40 cm bis 40 cm x 40 cm

Bleichsellerie benötigt je nach dem Wuchs der Sorten einen Pflanzenabstand von 50 cm x 40 cm bis 40 cm x 40 cm.

Eine engere Standweite wirkt sich negativ auf den Ertrag aus. Auch bei dem Pflanzenabstand von 50cm x40cm wählt man die 40cm als Reihenabstand, damit die Außenreihen 20cm vom Beetrand entfernt stehen. Dieser Raum wird später beim Bleichen benötigt. Bleichsellerie muß vor Spätfrösten geschützt werden, weil sich sonst Schosser bilden, die nicht verwendbar sind. Deshalb erfolgt die Pflanzung erst in den letzten Maitagen. Sobald Nachtfrostgefahr besteht, deckt man mit Pflanzenschutzhauben ab.

Die Anzucht der Jungpflanzen entspricht in allen Belangen der des Knollenselleries

Die Anzucht der Jungpflanzen entspricht in allen Belangen der des Knollenselleries.

Man wird die Pflanzen in der Regel selbst anziehen müssen, da sie von den Gartenbaubetrieben nur selten zu bekommen sind. Für die ersten Wochen von der Aussaat an benötigt Bleichsellerie Temperaturen über 18°C, denn das Saatgut keimt erst bei Bodenwerten ab 16°C ausreichend schnell und sicher. Ein genügend großer Abstand beim Pikieren trägt dazu bei, kräftige und wüchsige Pflanzen mit gutem Wurzel ballen zu erzielen, die auch nach dem Pflanzen ein flottes Wachstum gewährleisten.