Pflanzenschutzhauben gewähren nicht nur einen gewissen Schutz vor Spätfrösten, sondern ermöglichen ebenfalls einen Entwicklungsvor-sprung gegenüber unbedeckten Pflanzen

Pflanzenschutzhauben gewähren nicht nur einen gewissen Schutz vor Spätfrösten, sondern ermöglichen ebenfalls einen Entwicklungsvorsprung gegenüber unbedeckten Pflanzen.

Unter den Pflanzenschutzhauben erwärmt sich der Boden schneller und es entwickelt sich ein günstiges Kleinklima, wodurch das Wachstum erheblich gefördert wird. Außerdem verhindern die Hauben den Befall durch Schädlinge, z.B. Kohlfliegen oder Drehherzmücken. Die Pflanzenschutzhauben sind sofort nach dem Angießen über die Pflanzen zu stülpen. Um zu verhindern, daß die Hauben vom Wind weggeweht werden, bedeckt man den Rand mit Erde. Die Schutzhauben verbleiben so lange über den Pflanzen, bis sie deren Wachstum behindern. Auch durch Pflanzenschutzhauben kann eine Verfrühung um mindestens 8 Tage erreicht werden.

Recht gut bewährt hat sich die zeitweilige Bedeckung mit perforierter Folie

Recht gut bewährt hat sich die zeitweilige Bedeckung mit perforierter Folie.

Man verwendet dazu Polyäthylenfolie in einer Stärke von 0,05 bis 0,15 mm. Das Lochen der Folie nimmt weniger Zeit in Anspruch , als es zunächst den Anschein hat. Man legt die Folie mehrfach zusammen und auf eine feste Unterlage, z. B. ein altes Brett. Die Löcher schlägt man am besten mit einem 10- oder 12mm-Locheisen im Abstand von 3cm x 4cm bis 8cm x 8cm, d.h. je m² Folie sind etwa 200 bis 800 Löcher erforderlich. Die erforderliche Anzahl der Löcher richtet sich nach de’r jeweiligen Gemüseart und der vorgesehenen Bedeckungszeit. Je mehr Löcher/m² umso länger kann die Folie auf den Pflanzen verbleiben. Die fertig perforierte Folie wird locker auf das bepflanzte Beet gelegt und an den Beeträndern mit Erde bedeckt. Noch günstiger ist es, an den Beeträndern einen kleinen Damm von 10cm Höhe aufzuwerfen und die Folie darüber zu spannen. Dadurch erhält sie eine gewisse Bodenfreiheit und liegt nicht direkt den Pflanzen auf. Diese Art der Emteverfrühung läßt sich bei Kopfsalat, Kohlrabi, Rettich, Radies und Blumenkohl anwenden. Die Folienabdeckung bei Blumenkohl erfordert allerdings die genannten Dämme an den Beeträndern oder noch besser, das Pflanzen in 10 cm tiefe Furchen. Näheres über die Bedeckungsdauer ist bei den einzelnen Gemüsearten nachzulesen. Das Abnehmen der Folie darf nur bei trübem Wetter erfolgen, damit sich die Pflanzen besser an das «offene» Klima gewöhnen können. 2 bis 3 Tage nach dem Entfernen der Folie wird gedüngt und durchdringend gewässert. Die Emteverfrühung beträgt etwa 1 bis 3 Wochen.

Der Wanderkasten ist gleichfalls ein einfaches Mittel zum Verfrühen der Gemüseernte

Der Wanderkasten ist gleichfalls ein einfaches Mittel zum Verfrühen der Gemüseernte.

Als Wanderkasten bezeichnet man einen transportablen Bretterrahmen, der die Auflage von 2 bis 4 Frühbeetfenstern ermöglicht. Der Wanderkasten wird sofort nach dem Pflanzen auf das Beet gestellt und mit Fenstern bedeckt. Er fördert das Anwachsen sowie die Jugendentwicklung der Pflanzen ganz erheblich. Nach etwa 3 Wochen kann er auf andere Gemüsebeete gestellt werden. Nachteilig ist, daß man die Beete so breit anlegen muß, wie es die Fensterlänge erfordert. Mindestens ebenso günstig zu beurteilen sind Holzrahmen, die man sich in der Breite eines Normalbeetes aus 10 bis 15cm breiten Brettern herstellt und mit Folie bespannt. Um das Abfließen des Regenwassers sowie einen besseren Luftaustausch zu ermöglichen, muß die Folie perforiert werden, d.h. sie ist in Abständen von etwa 5cm x 5cm bis 8cm x 8cm mit Löchern zu versehen. Diese Folienrahmen sind recht lange haltbar und sehr vielseitig einzusetzen.

Für ein warmes Frühbeet benötigt man als Wärmequelle frischen Stalldung oder Laub

Für ein warmes Frühbeet benötigt man als Wärmequelle frischen Stalldung oder Laub.

Mit frischem Laub, das nicht zu naß sein darf, erzielt man allerdings nur eine mäßige Bodenwärme. Die Höhe der Laubpackung muß 25 bis 30cm betragen. Eine gute und gleichmäßige Wärmeentwicklung erzielt man mit frischem Stalldung (am besten ist Pferdedung) und Laub. Erst wird der Stalldung eingeschichtet (20 bis 25 cm) und darauf eine etwa 10cm dicke Laubschicht gegeben. Danach legt man sofort die Fenster auf. Erst wenn sich die Packung gut erwärmt hat, wird die Erde aufgebracht, am besten gute Komposterde in einer Schicht von 10 bis15 cm. Auch die Außenseiten des gepackten Frühbeetkastens sollten mit einer Stalldung- oder Laubschicht geschützt werden.

Das Packen der Frühbeete erfolgt je nach Witterung ab Mitte Februar.

Wer über Geschick in der Holzbearbeitung verfügt, kann sich auch die Frühbeetfenster selbst herstellen

Wer über Geschick in der Holzbearbeitung verfügt, kann sich auch die Frühbeetfenster selbst herstellen.

Man benötigt dazu kräftige, etwa 60 x 40 mm starke Latten. Sie erhalten auf der Innenseite ringsum einen Falz, in den die Scheibe eingelegt und mit schwachen Leisten befestigt wird. Der Rahmen erhält an der unteren Schmalseite ein oder zwei Rinnen, damit das Regenwasser abfließen kann. Die Scheiben sind 73cm x 141 oder 143cm groß, so daß ein Normalfenster von 80 cm x 150cm Größe entsteht. Schwächer als 3 mm dürfen die Glasscheiben nicht sein. Auch alte Wohnungsfenster eignen sich für ein kleines Frühbeet.

Ein einfaches Frühbeet kann man sich ohne großen Aufwand selbst herstellen

Ein einfaches Frühbeet kann man sich ohne großen Aufwand selbst herstellen.

Als Material für die Stirn- und Seitenwände eignen sich außer Brettern auch Beton- oder andere Platten mit den erforderlichen Abmessungen. Für die Ecken des Frühbeetkastens sind kräftige Pfähle oder Kanthölzer zu verwenden. Besser und dauerhafter sind vorgefertigte Betonsäulen, die mit einer entsprechend breiten Nut zum Einsetzen der Stirn- und Seitenwände versehen sind. Die Pfähle oder Betonsäulen werden mindestens 30cm in den Boden eingelassen. An den Innenseiten der Kastenwände sind außerdem zur besseren Auflage der Frühbeetfenster Latten anzubringen. Ein Abrutschen der Fenster kann durch Anschrauben kurzer Lattenstücke an der südlichen Stirnwand verhindert werden. Einfache Frühbeetkästen stellt man in Ost-West-Richtung auf, Doppelkästen in Nord-Süd-Richtung.