Ob kohlensaurer oder Ätzkalk in die Erde gegeben wird, hängt von der Bodenart ab

Ob kohlensaurer oder Ätzkalk in die Erde gegeben wird, hängt von der Bodenart ab.

Kohlensaurer Kalk, auch Kalkmergel genannt, kann unbedenklich auf alle Bodenarten gegeben werden, ohne daß Schaden entsteht. Ätzkalk wirkt bedeutend schärfer als kohlensaurer Kalk und kommt darum nur für schwere Lehmböden in Frage. Er wird gewöhnlich als gemahlener Branntkalk gehandelt. Da der Ätzkalk Wasser anzieht und sich dadurch stark erhitzt, darf er nur im Freien gelagert werden. Besser ist, ihn im Herbst zu kaufen und sofort einzugraben.

Das Kalken des Bodens wird am besten alle zwei Jahre durchgeführt

Das Kalken des Bodens wird am besten alle zwei Jahre durchgeführt.

Wer sein Gemüseland in richtigem Kalkzustand erhalten will, gibt in jedem zweiten Jahre je m² etwa 150 g Kalk. Er wird bei der Herbstbearbeitung eingegraben, aber so, daß er nicht auf die Furchensohle gelangt, sondern in der ganzen gegrabenen Schichtverteilt wird. Der Kalk kann aber auch im Frühjahr gegegeben werden. In diesem Falle streut man ihn vor dem Grubbern aus und arbeitet ihn in die obere Bodenschicht ein. Zu beachten ist, daß Kalk nicht mit Stalldünger in Verbindung kommen darf, weil er den im Stalldünger vorhandenen Stickstoff aus-treibt. Kalk streut man also immer nur in den Jahren, in denen kein Stalldünger gegeben wird.

Die meisten Gemüsearten verlangen zum guten Gedeihen neutrale Böden

Die meisten Gemüsearten verlangen zum guten Gedeihen neutrale Böden.

Den neutralen Bereich wünschen fast alle Kohlgemüse, außerdem Möhren, Feldsalat, Rote Rüben, Schwarzwurzel, Sellerie, Spargel und Zwiebeln. Alle anderen Gemüsearten fühlen sich ebenfalls in neutralen Böden wohl. Sie vertragen aber ebensogut schwach saure Böden. Zu dieser Gruppe gehören Bohnen, Erbsen, Grünkohl, Gurken, Kopfsalat, Kürbis, Radieschen, Rettiche, Rhabarber, Rosenkohl, Spinat und Tomaten.

Unter Bodenreaktion versteht man im allgemeinen den Säure- bzw. Kalkgehalt des Bodens

Unter Bodenreaktion versteht man im allgemeinen den Säure- bzw. Kalkgehalt des Bodens.

Der Kulturboden kann sauer, neutral oder alkalisch sein. Die Bodenreaktion ist meßbar und wird in pH-Zahlen ausgedrückt. pH 6,5—7,3 bezeichnet man in der Praxis als neutral, pH 4,6-6,4 als schwach sauer bis sauer und darunter als stark sauer. pH 7,4—8,0 ist schwach alkalisch und pH 8,0—8,5 alkalisch. Solange das Gemüseland etwa 0,3—0,5% kohlensauren Kalk aufweist, kann es nicht zum Versauern des Bodens kommen.

Im Kleingarten bieten die Mineraldünger in Form von Misch- oder Volldüngern gewisse Vorteile

Im Kleingarten bieten die Mineraldünger in Form von Misch- oder Volldüngern gewisse Vorteile.

Als Volldünger bezeichnet man die Mineraldünger, die nicht nur einen, sondern mehrere Nährstoffe in einem für die meisten Arten günstigen Verhältnis enthalten. Eine Überdüngung mit dem einen oder anderen Nährstoff kann bei ihrer Anwendung nicht eintreten. Bei Gemüsearten mit hohem Kali- und Stickstoffbedarf ist allerdings noch eine zusätzliche Versorgung mit speziellen Kali- bzw. Stickstoffdüngern erforderlich, um einem einseitigen Nährstoffmangel vorzubeugen.