Auf den vorbereiteten Beeten werden die Pflanzabstände am besten mit einem Reihenzieher markiert

Auf den vorbereiteten Beeten werden die Pflanzabstände am besten mit einem Reihenzieher markiert.

Das Pflanzen sollte in den Abendstunden und möglichst bei trübem Wetter erfolgen, weil die Gemüsepflanzen unter diesen Bedingungen besser und schneller anwachsen. Das gilt besonders für Pflanzen aus dem Saatbeet. Jungpflanzen mit Topfballen pflanzt man mit der Pflanzkelle, während bei der Verwendung von Saatbeet pflanzen das Pflanzholz gute Dienste leistet. Man pflanzt so fest, daß sich die Jungpflanzen nicht mehr aus dem Boden ziehen lassen. In bezug auf die Pflanztiefe sind die Ausführungen bei den einzelnen Gemüsearten zu beachten. Unmittelbar nach der Pflanzung wird gründlich gewässert.
Ist Bodenbedeckung vorgesehen, dann gibt man sie sofort nach dem Pflanzen auf das Beet und gießt erst danach an. Bei normaler Witterung genügt das einmalige Wässern für die ersten 12 bis 14 Tage. Zu häufiges Gießen kühlt den Boden um die Pflanze stark ab und verzögert die Wurzelneubildung.

Das Freilandsaatbeet zur Anzucht von Jungpflanzen wird an einer möglichst windgeschützten, sonnigen Stelle angelegt

Das Freilandsaatbeet zur Anzucht von Jungpflanzen wird an einer möglichst windgeschützten, sonnigen Stelle angelegt.

Gesät wird in nur 1 cm tiefe Saatrillen, die etwa 15 cm auseinanderliegen. Das Saatgut muß möglichstdünn zur Ablage kommen, damit die Pflanzen ausreichend Platz haben. Bei Kohlarten sollte man die Samen mit einem Abstand von 2 bis 3cm auslegen. Um das Auflaufen zu erleichtern, deckt man die Saatreihen mit einem Torfmull-Sand-Gemisch oder mit guter Komposterde ab. Nach dem Aufgang sind zu dicht stehende Sämlinge zu vereinzeln, damit sich kräftige und gedrungene Jungpflanzen entwickeln können. In der Zeit bis zur Pflanzung ist das Saatbeet von Unkraut frei zu halten und ständig zu lockern. Auch die Erdflohbekämpfung darf nicht vernachlässigt werden. Vor der Pflanzung wird das Saatbeet gründlich gewässert, um zu erreichen, daß möglichst viel Erde an den Wurzeln verbleibt, wenn man die Pflanzen aus dem Boden hebt.

Die Aussaat für die Jungpflanzenanzucht erfolgt entweder in sogenannten Handkisten, in Saatschalen oder in Blumentöpfen

Die Aussaat für die Jungpflanzenanzucht erfolgt entweder in sogenannten Handkisten, in Saatschalen oder in Blumentöpfen.

Die Aussaattermine der einzelnen Gemüsearten sind im speziellen Teil angegeben.
Bei geringem Pflanzenbedarf genügt bereits ein größerer Blumentopf. Gut abgelagerte Komposterde mit einem Zusatz von Sand eignet sich am besten für die Aussaat. Die Saatgefäße füllt man bis etwa 1 cm unter dem Rand. Das Saatgut wird möglichst gleichmäßig auf der Fläche verteilt, mit etwas Erde abgedeckt und sofort leicht überbraust. Man deckt die Saatgefäße mit einer Glasscheibe ab und stellt sie bei 15 bis 20°C in einem hellen Raum am Fenster auf oder bringt sie auch gleich im warmen Frühbeet unter. Sofort nach dem Aufgang wird die Glasscheibe entfernt. Sobald sich die Keimblätter voll entwickelt haben, pikiert man in Kisten oder auch gleich in Töpfe. Dabei hebt man die Sämlinge mit dem Pikierhölzchen vorsichtig aus dem Boden, um die Wurzeln zu schonen. Beim Einpflanzen der Sämlinge ist darauf zu achten, daß sich die Wurzeln nicht nach oben umbiegen. Zu lange Wurzeln kann man etwas einkürzen. Die Töpfe bzw. Pikierkisten kommen in den warmen Frühbeetkasten, wo sie bis zum Auspflanzen verbleiben. Etwa 14 Tage vor dem Pflanztermin wird mit dem Abhärten begonnen, d. h. es wird zunächst wenig, dann aber immer reichlicher gelüftet, damit sich die Jungpflanzen an die Freilandbedingungen gewöhnen. Bei Tomaten, Paprika u.a. kann ein nochmaliges Umtopfen erforderlich werden, falls sich der Pflanztermin wegen ungünstiger Witterung verzögert. Kürz vor dem Pflanzen ist außerdem das Gießen mit einer 0,1 %igen Nährlösung zu empfehlen.

Getopfte Jungpflanzen wachsen schneller an und bringen frühere Ernten

Getopfte Jungpflanzen wachsen schneller an und bringen frühere Ernten.

Für den Frühgemüseanbau sind mindestens pikierte Pflanzen, noch besser aber Pflanzen mit Topfballen zu verwenden. Sie wachsen nach der Pflanzung sofort ohne Stockungen weiter und erreichen die Erntereife mindestens 8 bis 10 Tage eher als Pflanzen aus dem Saatbeet (z.B. Kopfsalat). Fruchtgemüsearten wie Tomaten, Paprika oder Eierfrüchte sollten grundsätzlich nur im Topf angezogen werden. Für die Jungpflanzenanzucht bietet der Fachhandel verschiedene Arten von Töpfen an. Besonders geeignet sind Tontöpfe und Torfpreßtöpfe. Töpfe aus Plaste sind weniger zu empfehlen. Zumindest darf man die Pflanzen in diesen Töpfen nicht zu stark gießen und muß umgehend pflanzen, sobald die Erde einigermaßen durchwurzelt ist. Recht gut eignen sich auch Erdtöpfe für die Anzucht von Kopfsalat und Kohlgemüse. Erforderliche Utensilien zur Herstellung von Erdtöpfen sind 6 bis 8 cm lange Rohrstücke mit verschiedenem Durchmesser von 5 bis9 cm aus geeignetem Material (z. B. PVC), eine Holzscheibe mit Griff zum Festdrücken der Erde sowie eine Vorrichtung zum Ausstößen des bepflanzten Erdballens.

Von der Vielzahl der Pflanzgemüsearten kann man zumindest einen Teil der benötigten Jungpflanzen selbst anziehen

Von der Vielzahl der Pflanzgemüsearten kann man zumindest einen Teil der benötigten Jungpflanzen selbst anziehen.

Das betrifft zunächst alle Gemüsearten bzw. Reifegruppen, deren Anzucht auf Freilandsaatbeeten erfolgt. Sofern man über ein Frühbeet verfügt und der Pflanzenbedarf nicht zu groß ist, kann auch die Anzucht solcher Arten wie Paprika, Eierfrüchte, Melonen und Tomaten selbst vorgenommen werden. Außer bei Tomaten ist es ohnehin schwierig, die genannten Arten in einem Gartenbaubetrieb zu bekommen. Außerdem bereitet es jedem Gartenfreund gewiß eine besondere Freude, die Entwicklung der Jungpflanzen beobachten zu können, so daß die mit der Anzucht verbundene Mühe gern in Kauf genommen wird. Auch die Anzucht von Kopfsalat und Kohlrabi für den frühen Freilandanbau ist möglich, wenn ein warmes Frühbeet zur Verfügung steht.

Alle Gemüsesaaten werden angedrückt, damit die Samenkörner mit den Bodenteilchen und der Bodenfeuchtigkeit in gute Verbindung kommen

Alle Gemüsesaaten werden angedrückt, damit die Samenkörner mit den Bodenteilchen und der Bodenfeuchtigkeit in gute Verbindung kommen.

Dabei klopft oder walzt man aber nicht das gesamte Beet an, sondern drückt nur die Saatreihen z.B. mit dem Rücken der Holzharke fest an. Ein Andrücken oder Walzen der gesamten Beetfläche würde die Verdunstung fördern und bei Niederschlägen zur Bodenverkrustung führen. Bei Gemüsearten, die längere Zeit zur Keimung benötigen (Möhren, Zwiebeln), ist die Verwendung von Markiersaat zu empfehlen. Dazu eignen sich am besten Radies, von denen man vor dem Abdecken der Reihen alle 8 bis 10cm ein Korn auslegt. Die relativ schnell aufgehenden Radies zeigen die Reihen an, so daß bereits vor dem Aufgang der Möhren oder Zwiebeln gehackt und damit dem Boden Sauerstoff zugeführt und der Wasserhaushalt des Bodens günstig beeinflußt werden kann.

Einen schnelleren Aufgang erreicht man durch kurzzeitiges Einquellen (8 bis 12 Stunden) in temperiertem Wasser. Danach muß sofortausgesät und die Saatreihen angefeuchtet werden, damit der durch das Einquellen eingeleitete