Da der Kohlweißling sehr gern am Grünkohl seine Eier ablegt, ist auf diesen Schädling besonders zu achten

Da der Kohlweißling sehr gern am Grünkohl seine Eier ablegt, ist auf diesen Schädling besonders zu achten.

Die Raupen des Kohlweißlings scheinen Grünkohl besonders zu lieben und fressen die Blätter in kürzester Zeit so ab, daß nur noch die Blattrippen stehen bleiben. So geschädigte Pflanzen können sich nur notdürftig weiterentwickeln. Darum ist es wichtig, schon die Eier zu vernichten, damit kein Schaden entstehen kann. An den gekrausten Blättern sind die gelblichen Eier, die in Häufchen zusammenstehen, schwerer zu finden als an Kohlarten mit glatten Blättern.

Der Anbauerfolg des Grünkohls hängt in erster Linie von einer schnellen Jugendentwicklung ab

Der Anbauerfolg des Grünkohls hängt in erster Linie von einer schnellen Jugendentwicklung ab.

Grünkohl findet als Zweitfrucht in der Regel ungünstige Bodenfeuchtigkeitsverhältnisse vor. Aus diesem Grund sollte bereits vor der Pflanzung der Wasserhaushalt des Bodens durch eine gründliche Bewässerung in Höhe von 20 bis 30 l/m2 wieder aufgefüllt werden. Weitere Wassergaben in der zweiten Augusthälfte sowie Anfang September von jeweils 20 bis 25 l/m2 sind anzuraten. Nach jedem Gießen bzw. nach stärkeren Regenfällen muß der Boden unbedingt gut gelockert werden, um Wachstumsstockungen durch Bodenverkrustung zu vermeiden.

Grünkohl erhält erst den richtigen Geschmack, wenn er stärkeren Frösten ausgesetzt war. Je nach Witterung kann sich die Ernte bis in den Februar erstrecken. Man schneidet jeweils nur den Blattschopf ab und läßt die Strünke stehen. Sie treiben im zeitigen Frühjahr neu aus und ergeben dann noch einmal ein schmackhaftes Gemüse.

Grünkohl ist ein Zwertfruchtgemüse und kann darum auf Beete gepflanzt werden, die bis spätestens Ende Juli abgeerntet sind

Grünkohl ist ein Zwertfruchtgemüse und kann darum auf Beete gepflanzt werden, die bis spätestens Ende Juli abgeerntet sind.

Der mögliche Pflanzzeitraum erstreckt sich von Ende Juni bis Anfang August. Eine August-Pflanzung bringt jedoch nur dann zufriedenstellende Erträge, wenn die Herbstwitterung besonders günstig verläuft. Die Anzucht der Pflanzen erfolgt auf einem Freilandsaatbeet. Man sät in Reihen sehr weitläufig und möglichst gleichmäßig aus, damit die Pflanzen ausreichend Platz zur Entwicklung erhalten und benötigt je m2 höchstens 2 g Saatgut. Es ist zweckmäßig, nach dem Aufgang mit einer 0,2%igen Volldüngerlösung zu gießen, um besonders kräftige Jungpflanzen zu bekommen. Der Aussaattermin liegt etwa 5 Wochen vor der geplanten Pflanzung. Auf ein Normalbeet pflanzt man 3 Reihen mit einem Abstand von 40 cm. In der Reihe erhalten die Pflanzen je nach Sorte und Pflanztermin einen Abstand von 40 cm bis 50 cm. Je später der Pflanztermin, umso enger der Pflanzenabstand. Für den Anbau im Garten eignen sich niedrige Sorten am besten, da sie in schneearmen Wintern weniger unter Frostschäden leiden als die höheren Typen.

 

Grünkohl stellt von allen Kohlarten die geringsten Ansprüche an die Wachstumsfaktoren

Grünkohl stellt von allen Kohlarten die geringsten Ansprüche an die Wachstumsfaktoren.

Er vermag sich fast allen Böden und Klimabedingungen anzupassen. Bevorzugt werden jedoch nährstoffreiche, sandige bis mittlere Lehmböden sowie Niedermoorböden. Um dem Auftreten spezieller Kohlkrankheiten vorzubeugen, sollten Kohlarten als Vorfrucht vermieden werden. Eine organische Düngung ist nicht erforderlich, d.h. die notwendige Humusversorgung wird durch die entsprechende Düngung zur Vorfrucht abgesichert.

Als ausgesprochenes Wintergemüse steht Grünkohl in der Regel von Oktober bis Februar zur Verfügung

Als ausgesprochenes Wintergemüse steht Grünkohl in der Regel von Oktober bis Februar zur Verfügung.

Seine Blätter sind mehr oder weniger stark gekraust und je nach Sorte mittel- bis bläulichgrün gefärbt. Es gibt auch blaurote Varietäten. In bezug auf seinen Mineralstoffgehalt, insbesondere Kalzium, Magnesium, Eisen, Phosphor und Kalium, steht Grünkohl neben dem Spinat an der Spitze des Gemüsesortimentes. Von Bedeutung sind ferner sein Vitamin-und Chlorophyllreichtum, so daß der Grünkohl, auch aus ernährungsphysiologischer Sicht, im Garten nicht fehlen sollte.