Gemüseerbsen können von zahlreichen Krankheiten und Schädlingen befallen und zum Teil empfindlich geschädigt werden

Gemüseerbsen können von zahlreichen Krankheiten und Schädlingen befallen und zum Teil empfindlich geschädigt werden.

Zu den wichtigsten Schädlingen gehören neben dem Erbsenwickler der Blattrandkäfer, Erbsenkäfer und der Erbsenblasenfuß. Von den verschiedenen Krankheiten treten Erbsenmehltau, Erbsenrost, Brennflecken sowie mehrere Virosen besonders häufig und nachteilig in Erscheinung. Näheres zum Erscheinungsbild der Schaderreger und ihrer Bekämpfung ist in der Tabelle.

Die Ernte der Gemüseerbsen muß erfolgen, sobald die Körner voll ausgebildet, aber noch frisch und saftig sind

Die Ernte der Gemüseerbsen muß erfolgen, sobald die Körner voll ausgebildet, aber noch frisch und saftig sind.

Diesen Zeitpunkt darf man nicht verpassen, weil das Grünkorn schnell an Qualität verliert. Bei sehr warmer und trockener Witterung können die Körner bereits nach zwei bis drei Tagen überständig sein. Unter normalen Temperatur- und Feuchtigkeitsverhältnissen kann mit zwei bis dcei Ernten und einem Ertrag von 5 bis 6 kg Grünkorn/10 m² gerechnet werden.

Wenn die Erbsen eine Höhe von etwa 15 cm erreicht haben, häufelt man sie an

Wenn die Erbsen eine Höhe von etwa 15 cm erreicht haben, häufelt man sie an.

Dadurch wird einerseits die Standfestigkeit verbessert und andererseits auflaufendes Unkraut in den Reihen unterdrückt. Bei der Doppelreihenmethode häufelt man an jeder Reihe nur die Außenseite an, so daß die zwei Pflanzenreihen etwas aneinander gedrängt werden und sich besser verranken.

Der Boden ist durch Hacken ständig lockerzu halten, solange sich der Pflanzenbestand noch nicht geschlossen hat. Die Erbsen benötigen bis zur Blütezeit in der Regel keine zusätzliche Bewässerung. Der Wasserbedarf steigt mit beginnender Hülsenentwicklung beträchtlich an, so daß zwischen Blüte und Pflückreife zwei Wassergaben zu je 201/m2 erforderlich sind. Eine zusätzliche Beregnung kurz vor und während der Blüte führt zu einer Verlängerung der Blütezeit und damit auch zu einer ungleichmäßigen Reife der Hülsen, was ja im Garten durchaus erwünscht sein kann. Das noch immer weit verbreitete «Reisern» der Erbsen ist nicht unbedingt erforderlich. Die neueren, sehr ertragreichen Sorten liegen in der Wuchshöhe meist zwischen 65 und 80cm, so daß sich eine zusätzliche Stütze durch Reiser erübrigt.

Sobald der Boden im Frühjahr frostfrei und bearbeitungsfähig ist, kann die Aussaat beginnen

Sobald der Boden im Frühjahr frostfrei und bearbeitungsfähig ist, kann die Aussaat beginnen.

Unter günstigen Bedingungen wird das etwa ab Anfang bis Mitte März möglich sein. Für diesen frühen Termin sind nur Schalerbsen zu verwenden. Zuckererbsen können in der zweiten Märzhälfte in den Boden kommen, während die empfindlichen Markerbsen in der Regel nicht vor Mitte April gesät werden sollten, da ihre Samen erst bei Bodentemperaturen ab +8°C keimen. Aussaaten nach Ende April sind im Prinzip möglich, bringen jedoch wesentlich geringere Erträge und erscheinen daher wenig sinnvoll. Wer über einen längeren Zeitraum grüne Erbsen ernten möchte, sollte von März bis April in Abständen von 14 Tagen bis 3 Wochen Folgesaaten durchführen und zur letzten Aussaat mindestens zwei Sorten mit unterschiedlicher Reifezeit verwenden. Vor der Aussaat darf jedoch das Beizen nicht vergessen werden. Es verhindert vor allem das Auftreten von sogenannten Fußkrankheiten (Fusarium) und Brennflecken.

Der Saatgutbedarf beträgt je nach Korngröße 20 bis 25 g/m² bei einem Reihenabstand von 25 bis 30 cm. In der Reihe sollten die Samen einen Abstand von 3 bis 5cm erhalten. Erbsen müssen so tief gelegt werden, daß sie etwa 4 bis 5cm mit Erde bedeckt sind. Für die Erntearbeiten ist es vorteilhaft, die Aussaat in Doppelreihen vorzunehmen, d.h. nach zwei 25 cm voneinander entfernten Reihen folgt ein Zwischenraum von etwa 50 cm, der später als Ernteweg benutzt wird.

Gegen Taubenfraß schützt man die Beete durch Überspannen mit Zwirn oder dünnem Bindfaden. Auch alte Netze oder Gardinen lassen sich recht gut verwenden.

Gemüseerbsen benötigen keinen organischen Dünger und gehören deshalb in die 2. Tracht

Gemüseerbsen benötigen keinen organischen Dünger und gehören deshalb in die 2. Tracht.

Neben der normalen Phosphor- und Kaligrunddüngung gibt man eine Stickstoffstartdüngung in Höhe von 5 g N/m2 während der Bodenbearbeitung oder kurz nach der Aussaat. Weitere Stickstoff gaben sind zu vermeiden. Sie fördern lediglich die Laubentwicklung und verzögern die Pflückreife. Erbsen sind besonders magnesiumbedürftig, was bei der Auswahl der Mineraldünger zu beachten ist.
Die Bodenreaktion soll neutral bis leicht alkalisch sein. Eine evtl. notwendige Kalkdüngung muß jedoch bereits zur Vorfrucht erfolgen, da Erbsen frische Kalkung nicht vertragen.

Die Ansprüche der Gemüseerbsen an Boden, Klima und Vorfrucht sind nicht besonders hoch

Die Ansprüche der Gemüseerbsen an Boden, Klima und Vorfrucht sind nicht besonders hoch.

Außer auf extrem leichten Sand- und sehr schweren bzw. nassen und sauren Lehmböden ist ihr Anbau auf allen anderen Bodenarten möglich. Die Temperaturansprüche sind vor allem bei Schalerbsen relativ gering, denn sie vertragen ohne weiteres kurzzeitige Fröste von -4 bis -5°C. Erbsen bevorzugen allerdings eine sonnige Lage. Warme Witterungsperioden bis zum Abschluß der Blütezeit wirken sich günstig aus. Erbsen sollen nicht nach sich selbst und nicht nach Leguminosen aller Art angebaut werden. Dagegen sind sämtliche anderen Gemüsearten als Vorfrucht geeignet. Die Erbse selbst gilt als sehr gute Vorfrucht besonders für Gemüsearten, die dann als Zweitfrucht folgen wie Blumenkohl, Grünkohl, Chinakohl, Kohlrabi, Kopfsalat, Spinat, Endivien u.a.