Selbstverständlich besteht auch die Möglichkeit, Chicoree im Frühbeet oder sogar im Freien abzutreiben

Selbstverständlich besteht auch die Möglichkeit, Chicoree im Frühbeet oder sogar im Freien abzutreiben.

Sowohl im Frühbeetkasten als auch an einem möglichst geschützten Platz im Freien hebt man eine 20 bis 25cm tiefe Grube aus. Länge und Breite richten sich nach der verfügbaren Wurzelmenge. Der Boden in der Grube wird gründlich gelockert und dahinein die Wurzeln so tief gesteckt, daß der Kopf mit der Bodenoberfläche abschließt. Danach füllt man die Grube wieder, so daß die Wurzeln etwa 25cm hoch mit Erde bedeckt sind.

Abschließend bringt man noch eine etwa 20cm starke Laubschicht oder anderes geeignetes Material auf, um auch bei Frostwetter jederzeit ernten zu können. Die Entwicklung der Sprosse dauert hierbei natürlich wesentlich länger. Je nach Witterung kann man frühestens 6 Wochen nach dem Einschlagen der Wurzeln mit der Ernte rechnen. Die Sprosse sind erntefähig, wenn sie eine Länge von über 15cm erreicht haben. Die abgetriebenen Wurzeln lassen sich noch recht gut als Viehfutter verwenden.

Die ersten Chicoreesprosse können bereits im Dezember geerntet werden, wenn man Ende Oktober mit der Treiberei beginnt

Die ersten Chicoreesprosse können bereits im Dezember geerntet werden, wenn man Ende Oktober mit der Treiberei beginnt.

Die für diesen Treibtermin bestimmten Wurzeln benötigen vor dem Treiben für kurze Zeit den Einfluß tiefer Temperaturen. Man läßt sie am besten nach dem Ausgraben im Freien liegen und deckt bis zur weiteren Verwendung nur leicht mit den abgeschnittenen Blättern ab. Für die Treiberei eignen sich sehr gut große Steinguttöpfe, Eimer und ähnliche Gefäße oder mit Folie ausgeschlagene Kisten. Die Wurzeln stellt man dicht bei dicht in die Gefäße und füllt die Zwischenräume mit Sand oder Erde. Danach wird gut angegossen und das Gefäß in einen Raum mit Temperaturen von 15 bis 18°C gebracht. In wasserdichten Behältnissen genügtes, an Stelle von Sand 8 bis 10cm hoch Wasser aufzufüllen. Wichtig ist, daß der Chicoree in völliger Dunkelheit austreibt, weil die Sprosse bei Lichteinfluß vergrünen. Bei ausreichender Gefäßhöhe, d.h. mindestens 18 bis 20 cm von den Wurzelköpfen bis zum oberen Gefäßrand, genügt ein dichtschließender Deckel, dem man zwecks besserer Abdichtung noch ein Tuch unterlegt. In niedrige Gefäße steckt man 4 Stäbe, deckt mit einem lichtundurchlässigen Tuch o.ä. ab und bindet es unter dem Gefäßrand zusammen. Während der Treiberei ist dafür zu sorgen, daß die Wurzeln immer über ausreichend Feuchtigkeit verfügen. Das Treiben dauert unter diesen Bedingungen etwa 4 Wochen. Man setzt also alle 4 Wochen neue Wurzeln zum Treiben an.

Nach Mitte Oktober kann mit der Ernte der Chicoreewurzeln begonnen werden

Nach Mitte Oktober kann mit der Ernte der Chicoreewurzeln begonnen werden.

Beim Ausgraben darf man die Wurzeln nicht beschädigen, deshalb wird für diese Arbeit am besten die Grabegabel verwendet. Trotz Vorsicht beschädigte Wurzeln sind auszulesen. Sie würden nur faulen und die anderen anstecken. Das Kraut wird 1 bis 2 cm über dem Wurzelkopf abgeschnitten und ergibt ein wertvolles Kleintierfutter. So vorbereitet kommen die Wurzeln zunächst zur Zwischenlagerung in den Einschlag. Ein möglichst kühler, aber frostfreier Raum ist am zweckmäßigsten, damit die Wurzeln jederzeit dem Einschlag entnommen werden können. Auch ein Frühbeet eignet sich dazu, wenn man die eingeschlagenen Wurzeln mit entsprechendem Material frostsicher abdeckt. Die besten Ergebnisse in der Treiberei bringen Wurzeln, deren Durchmesser am Wurzelkopf 3 bis 5cm beträgt. Schwächere Wurzeln sind ungeeignet.

Die Chicoreeaussaat erfolgt in der Zeit von Anfang bis Mitte Juni

Die Chicoreeaussaat erfolgt in der Zeit von Anfang bis Mitte Juni.

Frühere Aussaaten können durch Spätfrosteinfluß zur Ausbildung von Blütentrieben führen. Die Wurzeln derartiger Pflanzen sind für eine Treiberei ungeeignet. Man muß möglichst dünn aussäen, so daß die einzelnen Samen 2 bis 3 cm auseinander liegen. Der Reihenabstand beträgt 30cm. Nachdem Aufgang wird auf 8 bis 10cm vereinzelt, damit sich kräftige Wurzeln entwickeln können. Die Pflegemaßnahmen erstrecken sich auf ständiges Hacken, Unkrautbekämpfung und gelegentliches Gießen. Während man mindestens nach jedem Regen hacken sollte, wird in der Regel nur gegossen, wenn längere Trockenperioden eintreten.

Für den Anbau von Chicoree eignet sich jeder gute Gartenboden, sofern er tiefgründig und ausreichend mit Humus versorgt ist

Für den Anbau von Chicoree eignet sich jeder gute Gartenboden, sofern er tiefgründig und ausreichend mit Humus versorgt ist.

Zu leichten oder zu schweren Boden kann man durch Zusatz von Kompost oder Torf brauchbar herrichten. Frischen Stalldung verträgt Chicoree nicht, er gehört deshalb in die 2.Tracht. Es besteht ein mittlerer Bedarf der drei Hauptnährstoffe Phosphor, Kali und Stickstoff. Besondere Ansprüche an die Düngerform liegen nicht vor. Neben der Stickstoffstartdüngung von 5g N/m2 genügt eine Kopfdüngung in gleicher Höhe kurz vor dem Schließen des Bestandes.

Wichtig ist vor allem eine tiefe Bodenlockerung, da Chicoree eine lange Pfahlwurzel entwickelt. Der Anbau ist nach allen Gemüsearten möglich, die bis Anfang Juni die Fläche räumen.

Chicoree gilt als gesundheitlich wertvolles und schmackhaftes Wintergemüse

Chicoree gilt als gesundheitlich wertvolles und schmackhaftes Wintergemüse.

Chicoree, auch unter dem Namen «Salatzichorie» bekannt, stammt von unserer einheimischen Wegwarte ab und enthält wie diese einen charakteristischen, vom Kenner geschätzten Bitterstoff. Dieser Stoff vermag die Verdauung zu regulieren und fördernd auf die Tätigkeit der Verdauungsorgane einzuwirken. Auch günstige Wirkungen auf Blutbildung und Kreislauf sind bekannt.