Werden Hirsch und Reh wieder gesünder, wenn der Wolf zurückkommt?

Auch das Wild selbst profitiert nicht von der Ausrottung des Wolfes. Viel zu viele kranke und schwache Tiere bleiben am Leben und vermehren sich. Von Hirschen und Rehen mit starken Geweihen wie in früheren Zei-ten können die heutigen Jäger nur noch träumen. Es sei denn, sie schießen Tiere, die mit Kraftfutter und Medikamenten gemästet werden wie Schweine im Stall. Dann kann man aber nicht mehr von Wildtieren reden, sondern eher von „Hausrehen“, „Haussauen“ oder „Haushirschen“ Der Jäger Mensch hat es also nicht geschafft, den Jäger Wolf in der Natur zu ersetzen.

Warum ist das so? Die Erklärung liegt in der guten Bewaffnung des Menschen. Der Wolf hetzt seiner Beute hinterher, testet sie und erlegt am Ende nur Tiere, die er am leichtesten erwischen kann, weil sie krank oder schwach sind. Der moderne Mensch jagt dagegen im Sitzen aus großer Entfernung mit seinem Gewehr, das wahllos tötet. So werden häufig gerade die Tiere erlegt, die der Wolf nie bekommen würde. Andere dagegen, die bei Anwesenheit von Wolf, Bär oder Luchs keine Uberlebenschance hätten, bleiben am Leben. Die natürliche Auslese kann man so offensichtlich nicht ersetzen. Daher wünschen sich viele Waldbesitzer, Förster und sogar auch Jäger den Wolf zurück, damit das gestörte Gleichgewicht zwischen Wald und Wild wieder hergestellt wird, ln manchen Randgebieten Europas wird das vielleicht auch möglich sein, doch in unserer intensiv genutzten Kulturlandschaft werden Wölfe kaum eine Chance haben. Es sei denn, wir hindern die Jäger daran, die wenigen Wölfe, die jetzt wieder zu uns Vordringen, erneut auszurotten.
Wenn im Wald zu viele Hirsche oder Rehe leben, werden die Triebe der jungen Bäume und die Rinde der älteren Bäume abgefressen.
Der Wald stirbt – und dann sterben auch die Tiere.

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