Die Kohlrüben werden erst geerntet, wenn stärkere Nachtfröste zu befürchten sind

Die Kohlrüben werden erst geerntet, wenn stärkere Nachtfröste zu befürchten sind.

Natürlich kann man die Kohlrüben, die man braucht, auch schon vorher ernten. Alle anderen bleiben jedoch so lange wie möglich in der Erde, weil sie sich dann im Winter besser halten. Für den Winterbedarf bestimmte Kohlrüben können in Erdmieten oder kühlen Kellern aufbewahrt werden. Beim Ernten dürfen die zur Lagerung vorgesehenen Rüben nicht beschädigt werden, weil sonst leicht Fäulnis entsteht. Ihnen anhaftende Erde wird vorsichtig entfernt und das Blattwerk mit einem scharfen Messer glatt abgeschnitten. Die Schnittstelle soll nicht zu dicht am Rübenkopf liegen, weil das ebenfalls zu Fäulnis Anlaß gibt.

Wenn Kohlrüben im Wachstum stocken, leidet die Qualität, d.h. die Rüben werden holzig und damit unbrauchbar

Wenn Kohlrüben im Wachstum stocken, leidet die Qualität, d.h. die Rüben werden holzig und damit unbrauchbar.

Das muß durch ständiges Hacken und reichliches Wässern verhindert werden. Besonders auf schweren lehmigen Böden ist der Boden regelmäßig zu lockern, weil Kohlrüben sehr empfindlich auf Bodenverkrustung reagieren und immer ausreichend Sauerstoff im Wurzelbereich benötigen.

Kohlrüben werden am besten als Nachfrucht in die Anbaufolge eingegliedert

Kohlrüben werden am besten als Nachfrucht in die Anbaufolge eingegliedert.

Sie bringen zwar in diesem Fall geringere Erträge, aber die Rüben bleiben zarter und schmackhafter. Als Hauptfrucht kultiviert, werden die Rüben sehr groß und sind oft holzig. Man sät Mitte bis Ende Mai auf ein Freilandanzuchtbeet recht weitläufig aus und benötigt je m2 nur 2 bis 3 g Saatgut. Bis zur Pflanzreife vergehen etwa 5 bis 6 Wochen. Während dieser Zeit muß unbedingt regelmäßig gewässert werden. Die Pflanzung erfolgt Anfang bis Mitte Juli, so daß außer Kohl alle Gemüsearten, die bis dahin das Beet räumen, als Vorfrucht dienen können. Die Pflanzweite beträgt 40 cm x 30 cm, was einem Bedarf von 9 Pflanzen je m2 entspricht. Sofort nach dem Pflanzen wird gut angegossen, um ein schnelles Anwachsen zu gewährleisten.

Die Kohlrübe ist eine alte Kulturpflanze und hat besonders in Notzeiten oftmals eine große Rolle gespielt

Die Kohlrübe ist eine alte Kulturpflanze und hat besonders in Notzeiten oftmals eine große Rolle gespielt.

Kohlrüben sind recht anspruchslos, wachsen sehr schnell, sind sehr ertragreich und im Winterlager gut haltbar. Sie werden gegenwärtig eigentlich zu Unrecht vernachlässigt, denn richtig zubereitet, ergeben sie durchaus sehr schmack – und nahrhafte Gerichte. Kohlrüben gedeihen auf allen Bodenarten, sofern diese tiefgründig sind und genügend Nährstoffe enthalten. Voraussetzung ist in jedem Falle eine ausreichende Wasserversorgung, denn gegen Trockenheit sind sie sehr empfindlich und leiden dann auch stärker unter Schädlingsbefall. Klimatisch gesehen stellt die Kohlrübe keine hohen Ansprüche. Sie ist wenig frostempfindlich, und die Rüben vertragen Temperaturen bis zu -10°C ohne Schaden. Kohlrüben benötigen keine organische Düngung und haben auch nur einen mittleren Bedarf an Mineraldüngern. Zu beachten ist allerdings der ausgesprochen hohe Kalibedarf.