Hausböden eignen sich vorzugsweise für die Lagerung von Zwiebeln

Hausböden eignen sich vorzugsweise für die Lagerung von Zwiebeln.

Zwiebeln benötigen unbedingt trockene Luft, wenn sie sich bis zum Anschluß an die Lauchzwiebelernte halten sollen. Diese Bedingung ist auf dem Hausboden im allgemeinen gegeben. Man breitet die Zwiebeln in dünner Schicht entweder direkt auf dem Boden aus oder gibt sie in flache Kisten und stellt diese mehrfach übereinander.

Obwohl Zwiebeln sehr viel Kälte vertragen, ist bei strengem Frost das Abdecken mit mehreren Lagen Zeitungspapier zu empfehlen. Zwiebeln dürfen in gefrorenem Zustand nicht berührt werden, weil dadurch nach dem Auftauen leicht Faulstellen entstehen.

Für die Gemüselagerung vorgesehene Keller dürfen weder zu warm noch zu trocken sein

Für die Gemüselagerung vorgesehene Keller dürfen weder zu warm noch zu trocken sein.

Im Keller wird man vornehmlich Wurzelgemüse einlagern. Dazu teilt man am besten eine Ecke des Kellers mit Brettern ab, gibt auf den Boden eine Schicht feuchten Sand und darauf das betreffende Gemüse, wobei jeweils eine Schicht Gemüse mit einer Schicht Sand abwechselt. Zum Schluß werden auch noch die Seiten der so entstandenen Lagerpyramide mit Sand abgedeckt. Den Sand sollte man hin und wieder etwas anfeuchten.

Wurzelgemüse hält sich auf diese Weise sehr gut. Soll Kopfkohl im Keller gelagert werden, dann muß unbedingt eine Möglichkeit zur Lüftung (Fenster) vorhanden sein. Den Kohl stapelt man zu Pyramiden- oder dachförmigen Haufen, wobei die Strünke jeweils nach innen zeigen. Wenn es die Außentemperaturen gestatten, sollten die Fenster im Lagerkeller ständig offen bleiben, wobei man durch Gazefenster das Eindringen von Mäusen verhindern muß.

Sehr gut bewährt hat sich die Lagerung im Einschlag sowie in Erdgruben bzw. – mieten

Sehr gut bewährt hat sich die Lagerung im Einschlag sowie in Erdgruben bzw. – mieten.

Für kleinere Gemüsemengen, wie sie etwa dem Bedarf einer 4- bis 5 köpfigen Familie entsprechen, eignet sich der Einschlag am besten. Er wird in einer Breite von 1 m angelegt, wobei die Länge von der Gemüsemenge abhängt. Man hebt den Boden einen Spatenstich tief aus und formt aus der Erde auf beiden Seiten einen etwa 20cm hohen Damm. Das , Lagergut wird dicht aneinander auf den Boden des Einschlages gepackt. Kopfkohl, Sellerie, Kohlrabi und Kohlrüben in nur einer Schicht; Möhren und Rettich können in 2 bis 3 Schichten übereinanderliegen, sollten aber eine Zwischenlage von feuchtem Sand erhalten. Erdgruben werden in der gleichen Breite, aber etwa 60cm tief ausgehoben, so daß in jedem Fall mehrere Schichten, ebenfalls mit Sand-zwischenlage, eingebracht werden können. Erdgruben sollten in erster Linie dem Wurzelgemüse Vorbehalten bleiben. Nach der Beschickung des Einschlages bzw. der Erdgrube wird zunächst mit Brettern oder anderem Material überdeckt und auf diese Unterlage die eigentliche Schutzschicht aufgebracht. Als Deckmaterial eignen sich Stroh, Laub, krautige Abfälle aus dem Garten u.ä. Die Schutzdecke soll mindestens 20cm hoch sein und muß bei extremer Kälte noch verstärkt werden. Die beiden Stirnseiten läßt man zur Belüftung möglichst lange offen.

Von entscheidendem Einfluß auf die Haltbarkeit des Gemüses sind die Bedingungen im Lager

Von entscheidendem Einfluß auf die Haltbarkeit des Gemüses sind die Bedingungen im Lager.

Das gilt in erster Linie für die Lagertemperatur. Niedrige Temperaturen vermindern das Wachstum der Fäulniserreger und lassen die natürlichen Abbauprozesse im Gemüse langsamer verlaufen. Am günstigsten sind Temperaturen von 0 bis +4°C. Hohe Luftfeuchtigkeit fördert zwar die Entwicklung der Schimmelpilze, verringert aber die Verdunstung des Lagergutes und damit den Schrumpfungsprozeß besonders bei Wurzelgemüse und Kohlrabi. Deshalb sollten z.B. Möhren bei einer Luftfeuchtigkeit von 90 bis 95% gelagert werden. Außerdem ist für eine regelmäßige Frischluftzufuhr zu sorgen. Durch reichliches Lüften können die Temperaturen etwas geregelt und relativ niedrig gehalten werden. Deshalb sollte man die Lagerräume möglichst lange offen halten bzw. auch im Winter bei entsprechenden Außentemperaturen häufig Luft geben. Kellerräume, die regelmäßig für die Lagerung genutzt werden, sind jedes Jahr gründlich zu säubern und zu desinfizieren.

Besondere Sorgfalt muß auf eine schonende Behandlung während der Ernte und Einlagerung sowie eine sorgsame Sortierung des Erntegutes gelegt werden

Besondere Sorgfalt muß auf eine schonende Behandlung während der Ernte und Einlagerung sowie eine sorgsame Sortierung des Erntegutes gelegt werden.

Nur Gemüse einwandfreier Qualität bietet die Voraussetzung für eine gute Haltbarkeit. Wurzelgemüse wird vorsichtig mit der Grabegabel aus der Erde gehoben, von der Erde befreit und das Laub abgedreht oder abgeschnitten. Dabei darf der Wurzel-bzw. Knollenkopf jedoch nicht verletzt werden. Beim Knollensellerie werden die Wurzeln auf 1 bis 2cm eingekürzt und die Blätter, bis auf 3 oder 4 Herzblätter, so entfernt, daß keine Blattstummel stehen bleiben. Kopfkohl erntet und lagert man am besten mit Strunk und entfernt vorsichtig alle Umblätter. Auch Kohlrabi wird mit Strunk eingelagert und sämtliche Blätter, bis auf 2 oder 3 Herzblättchen, sorgfältig entfernt.

Das Lagergemüse darf auf keinen Fall gewaschen werden. Vor der Einlagerung wird das Erntegut nochmals durchgesehen, sämtliche Köpfe, Knollen oder Wurzeln, die Beschädigungen bzw. Druckstellen aufweisen, sorgfältig aussortiert und von der Lagerung ausgeschlossen. Beschädigtes Gemüse wird zuerst von Fäulniserregern befallen und würde dann auch das gesunde Lagergut gefährden.

Wer Gemüse zur Winterbevorratung einlagern möchte, muß einige grundlegende Voraussetzungen beachten, die für alle Lagergemüsearten Gültigkeit besitzen

Wer Gemüse zur Winterbevorratung einlagern möchte, muß einige grundlegende Voraussetzungen beachten, die für alle Lagergemüsearten Gültigkeit besitzen.

Die Haltbarkeit des Erntegutes hängt von verschiedenen, mehr oder weniger beeinflußbaren Faktoren ab. Die Lagerfähigkeit ist zunächst einmal sortenbedingt, d.h. bestimmte Sorten sind speziell auf gute Haltbarkeit im Winterlager gezüchtet. Deshalb wird der Grundstein des Lagererfolges bereits mit der Sortenwahl gelegt.

Weiterhin beeinflussen die Umweltfaktoren während der Vegetation, der Erntezeitpunkt, die Qualität des Erntegutes und selbstverständlich die Bedingungen im Lagerraum das Lagerverhalten der Gemüsearten. Beim Anbau von Lagergemüse muß vor allem für ein harmonisches Nährstoffverhältnis im Boden gesorgt werden, d. h. die Pflanzen müssen ausreichend mit Kali und Phosphor versorgt sein und dürfen kein Überangebot an Stickstoff erhalten. Außerdem ist darauf zu achten, daß die letzte Kopfdüngung nicht zu spät erfolgt, in der Regel nicht nach Ende August.

Die Ernte der Lagergemüsearten sollte so spät wie möglich, aber noch so rechtzeitig erfolgen, daß keine Schädigungen durch stärkere Fröste eintreten können. Ei ne weitere Forderung besteht darin, möglichst bei trockener Witterung zu ernten bzw. kein nasses Erntegut einzulagern. Notfalls ist eine kurze Zwischenlagerung an einem regengeschützten, luftigen Ort erforderlich, damit das Gemüse abtrocknen kann.