Oberflächen bearbeiten – Glattmacher

Vor jeder perfekt lackierten Oberfläche liegt aufwendige Vorbereitung, oft harte Arbeit. Aber ob per Hand oder mit Maschinenhilfe geschliffen wird, ein makelloses Ergebnis lohnt die Mühe.

Die Werkzeuge und Hilfsmittel, die zum Bearbeiten von Holz-, Kunststoff- und Metalloberflächen benötigt werden, nennt der Fachmann „spanabhebend“. Denn ob Hobel, Raspel oder Schleifpapier, sie alle entfernen Teile der Oberfläche, vom Hobelspan bis zum Schleifstaub in vielfältig unterschiedlicher Größe.

SCHLEIFMITTEL

Der bekanntesten Vertreter dieser Kategorie sind das Schleifpapier (Sandpapier, Schmirgelpapier), und das Schleifleinen. Beide bestehen aus einem Trägermaterial – Papier, wasserfestes Ölpapier oder Leinen, das mit  den spanabhebenden Mittel – i scharfkantigen mineralischen  Körnern aus Quarzsand, Flint, Granat oder Korund – bestreut ist. Die Korngröße bestimmt die Feinheit des Schleifmittels.

Der Körnung steht immer auf der Rückseite des Schleifpapiers oder -leinens und wird mit Zahlen zwischen 30 und 1200 bezeichnet. Diese Zahlen ergeben sich aus der Maschenweite der Streusiebe (Maschen pro Quadratzoll), je größer also die Zahl ist, desto feiner die Körnung.

Die Körner werden auf den Träger entweder geschlossen oder offen gestreut und mit einem Spezialkleber fixiert. Geschlossen bedeutet 100prozentige Deckung der Fläche, offen etwa 50-prozentige Deckung. Die offene Streuung bietet dem Schleifstaub mehr Platz und setzt sich nicht so schnell zu. Sie ist besonders für Weichholz geeignet.

Schleifpapier gibt es als 23 x 28 cm große Bogen (1) oder als 11 cm breite Rollen (2), meist auf eine Anwendung (Lack, Holz, Metall) zugeschnitten. Aus Schleifpapier werden heute viele andere Schleifmittel hergestellt und konfektioniert, zum Beispiel die Endlosbänder für Bandschleifer (3) oder die gestanzten Blät-
ter für Schwingschleifer, Exzenterschleifer, Deltaschleifer (4), die heute meist mit Kletthaftung befestigt werden. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Absauglöcher für den Schleifstaub mit denen des Geräts übereinstimmen. Aus vielen kleinen Abschnitten Schleifleinen besteht der Fächerschleifer (5), mit dem sich kleine Flächen, Kanten und Rundungen fein bearbeitet lassen. Aggressiver in der Materialabname verhält sich die Fächer-Schleifscheibe (6).    Sie wird hauptsächlich an Winkelschleifern verwendet. Zum Ausschleifen von Rundungen verwendet man Schleiftrommeln oder -zylinder (7),  die man über einen Korpus stülpt und festklemmt.

FEINSCHLEIFMITTEL

Wo sich das Schleifmittel den Konturen des Werkstücks anpassen muss, ist Schleifpapier meist ungeeignet. hier ist das Einsatzgebiet für Feinschleifmittel wie Stahlwolle, die es in mehreren Feinheitsgraden gibt (8),  Schwämme, die mit Schleifkörnern beschichtet sind (9) und Schleifvlies (10). Das sind Matten aus Kunststoff mit einer weitmaschigen Struktur, die Naturschwämmen ähnlich ist. Vliese gibt es in unterschiedlichen Formen und Härten.

BÜRSTEN

Bürsten werden zum Reinigen von strukturierten Flächen und Profilen benutzt. Je nach Art und Beschaffenheit greifen die Borsten mehr oder weniger tief in die Oberfläche des Werkstücks ein. Metallhandbürsten werden in verschiedenen Größen und Breiten sowie mit unterschiedlichen Borsten und Härten angeboten, von hartem Stahl bis zu weichem Messing (11). Bei rotierenden Bürsten unterscheidet man Topfbürsten (12) und Scheibenbürsten (13), die beide mit Borsten aus Stahl, Messing und Kunststoff erhältlich sind.

SCHABER

Leimreste, Lacknasen und Reste von Spachtelmassen entfernt man mit Schabern (14) oder Stoßspachteln (15). Die Spachtel sehen aus wie Malerspachtel, haben aber ein dickeres Blatt mit angeschliffener Kante.

HOBEL

Mit einem normalen Handhobel (16) eine glatte und ebene Fläche zu erzielen ist nicht ganz einfach. Aber zum Bearbeiten von Kanten und zum Anfasen kann der Hobel von jedem eingesetzt werden. Mit dem handlichen Rasierklingenhobel (17) lassen sich besonders feine Arbeiten erledigen. Spagettiartige Späne erzeugen Surformhobel mit ihren wabenförmigen Messern (18), die unterschiedlichen Größen eignen sich, um Hölzer abzurunden und für geschwungene Konturen.

FEILEN UND RASPELN

Feine Korrekturen oder das Nacharbeiten von Sägeschnittkanten sind das Einsatzgebiet von Feilen (19). Je nach anfallenden Arbeiten kann man zwischen flachen, dreieckigen, viereckigen, halbrunden oder runden wählen. Verschiedene Feinheitsgrade und Größen (bis zu Schlüsselfeilen) werden angeboten. Raspeln sind gröber und hinterlassen deutliche Spuren.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.