Schleifen mit drei Ringen

Bereits vor knapp zwei Jahren sorgte der kleine 3D-Sander von Böhler für große Aufmerksamkeit. Jetzt ist er erwachsen geworden. Der neue 3D-XL-Sander ist nicht nur größer, sondern mit 500 Watt auch mehr als die siebenfache Motorleistung.

Das Schleifprinzip ist genial. Statt einer großen Schleifplatte oder -scheibe tragen beim 3D-XL-Sander von Böhler drei rotierende Schleifringe das Material ab. Zusammen mit einer kreisförmigen Bewegung von Hand sorgen Sie für ein exellentes Schleifbild bei gleichzeitig sehr hoher Abtragsleistung. So lässt sich mit dem 3D-XL-Sander eine bessere Oberflächenqualität als mit einem Schwingschleifer erzielen, der Abtrag ist jedoch etwa so hoch wie mit einem Exzenterschleifer.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die drei Schleifteller pendelnd aufgehängt sind. Dadurch wird perfektes Schleifen leicht gewölbter Außen- und Innenrundungen ermöglicht. Deshalb eignet sich dieses neue Gerät von Böhler für nahezu alle Schleifarbeiten. Es schleift Möbel mit ebenen oder geschwungenen Oberflächen ebenso wie die Motorhaube eines PKW oder den Kotflügel eines Motorrades. Nur bei Ecken muss der 3D-XL-Sander passen – bedingt durch die runden Schleifringe.

Die Gehäuseform der Maschine hat Böhler weitgehend vom kleinen Modell übernommen. Ihre leicht gewölbten Flächen und runden Kanten sind quasi in die Hand hineingebaut, allerdings in die vermutlich große Hand des Konstrukteurs. Menschen mit kleinen Händen müssen Daumen und Zeigefinger nämlich weit spreizen, um die Maschine führen zu können. Hier ist das kleinere Modell deutlich ergonomischer.

Auf eine runde Gehäusekappe wie bei Fäustlingsschleifern hat der Hersteller bewusst verzichtet, denn die Maschine erfordert das Führen im unteren Bereich. Versucht man, den Sander dennoch an der Gehäuseoberseite zu halten, fängt er sehr bald an zu tanzen, und das Schleifbild verschlechtert sich.

Neu beim 3D-XL-Sander ist die eingebaute Staubabsaugung. Ein an-steckbarer Staubsack nimmt bei höchster Drehzahl gut 50 Prozent des anfallenden Schleifstaubs auf, bei geringerer Drehzahl leider jedoch viel weniger. In diesem Fall sollten Sie einen Werkstattstaubsauger anschließen. Praktisch ist, dass sich die Aufnahme des Staubsacks gleich als Adapter für den Anschluss eines Staubsaugers nutzen lässt.

Etwas ungewohnt ist, dass die Maschine nicht mit einem Wipp- oder Druckschalter in Betrieb gesetzt wird, sondern mit dem Elektronik-Stellrad. Zudem lässt sich die Beschriftung des Stellrads von „Aus“ bis Stufe zwölf (880 Umdrehungen pro Minute) nur mit der Lupe ablesen, und die Nullstellung ist nicht eindeutig gerastet. Da kann es schon mal passieren, dass die Maschine beim Einstecken des Steckers startet. Mit dem XL-Modell ist der 3D-San-der wirklich erwachsen geworden. In Leistung und Qualität ist er vielen anderen Schleifwerkzeugen überlegen. Leider hat bei diesem Wachstumsprozess die Ergonomie ein wenig gelitten.

Den neuen 3D-XL-Sander gibt es ab Dezember 2003 für 99 Euro. Eine flächendeckende Einführung ist ab Frühjahr 2004 geplant. Auf der Website können auch die passenden Schleifblätter direkt bei Böhler bestellt werden. Es gibt sie in Packungen mit jeweils 24 Stück für 7 Euro oder als Großpackung mit 81 Stück, Ersatztellern und Polierscheiben für 19,90 Euro.

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