Glossar Wolf

Aggression: Angriff auf einen Artgenossen.

Alpha-Wolf: Alpha ist der erste Buchstabe im griechischen Alphabet. Im Wolfsrudel ist der Alpha-Rüde der erste, der ranghöchste unter den Rüden.

Alpha-Wölfin: Das ranghöchste Weibchen im Rudel.

Art: Tiere (oder Pflanzen), die sich in freier Wildbahn ohne Zwang miteinander paaren und zeugungsfähige Junge bekommen, gehören zu einer Art. Alle Wölfe (und Hunde) der Welt gehören z.B. zu der Art „Canis lupus“. Unterarten sind lokale Sonderformen einer Art. Polarwölfe, Timberwölfe, Grauwölfe oder Pal-lipcswölfe sind solche Unterarten des Wolfes.

Artgenosse: Ein Tier der gleichen Art.

Beißhemmung: Hemmung des Angriffs, wenn der Angreifer den Angegriffenen als Gruppenmitglied akzeptiert.

Domestikation: Haustierwerdung, die Umwandlung einer Wildtierart zum Haustier durch den Menschen. Jeder Domestikation geht eine Zähmung der Wildtiere voraus. Diese dauert viele Generationen und führt dazu, dass das Haustier am Ende vom Menschen abhängig ist.

Duftmarke: Viele Tiere, darunter auch Wölfe und Hunde, kennzeichnen ihr Revier mit Hilfe von Urin oder Kot. Die Duftmarken setzen sie möglichst auffällig ab.

Eiszeit: Zeitraum der Erdgeschichte innerhalb der letzten 1 Million Jahre, in dem das Klima besonders kalt war und große Gletscher über Skandinavien und den Alpen lagen. Am Ende der letzten Eiszeit vor ca. 15 000 Jahren wurde der Wolf als erstes Wildtier domestiziert.

Gattung: In der biologischen Bezeichnung für eine Art werden stets zwei Namen genannt. So heißt der Wolf z.B. ..Canis lupus“. ..Canis“ bezeichnet dabei die Gattung, „lupus“ die Art. ln der Gattung Canis werden mehrere eng verwandte Arten zusammengefasst, wie der Kojote (Canis latrans) oder der Goldschakal (Canis aureus).

Genetisch: Eigenschaften eines Tieres oder einer Pflanze, die weitgehend durch Erbanlagen (die Gene) bestimmt werden.

Kehlbiss: Der Wolf tötet Bcutetiere von der Größe eines Schafs oder eines Rehs durch einen Biss in die Kehle, wobei er die Beute so lange festhält, bis sie erstickt ist.

„Klein-Alpha“: Ein Jungwolf, der sich innerhalb seiner Altersgruppe so verhält, wie der Alpha-Rüde oder das Alpha-Weibchen innerhalb der gesamten Gruppe.

Kreuzung: Die Paarung zweier Tiere verschiedener, aber nahe verwandter Arten, so z.B. Kojote und Hund zu „Coydogs“, Esel und Pferd zum Maultier bzw. Maulesel oder Hunde verschiedener Rassen.

Leitwolf: Ein Wolfsrudel wird in der Regel vom ranghöchsten Rüden geführt. Deswegen nennt man ihn manchmal auch den Leitwolf, obwohl er nicht allein alles bestimmt. Der wichtigste Wolf im Rudel ist eher die Alpha-Wölfin, die für sich und ihre Welpen einen oder mehrere starke Rüden an sich und an ihr Rudel bindet.

Ökologie: Aus dem Griechischen: ..Öko“ heißt Haus und ..Ökologie“ die Beziehung des Hauses zu seiner Umgebung. In der Biologie ist es die Wissenschaft, die die Beziehung eines Lebewesens zu seiner unbelebten Umwelt (Klima, Boden) und seiner belebten Umwelt (die anderen Tier- und Pflanzenarten) untersucht. Die Ökologie des Wolfes befasst sich demnach z. B. mit den vielen Wechselwirkungen zwischen dem Wolf und seiner Beute.

Rang: Das Kräfteverhältnis zwischen zwei Tieren, die sich kennen. Bei den Wölfen eines Rudels beruht es aber nicht unbedingt auf der Stärke, sondern wird meist durch das Alter bestimmt. Die älteren Tiere stehen in der Regel höher im Rang, auch wenn sie körperlich schwächer sind. Nur zwischen den gleichaltrigen Wurfgeschwistern wird der Rang kämpferisch ausgetragen. Ebenfalls umkämpft werden aber auch die beiden ranghöchsten Positionen, wenn bei einem der Alpha-Tiere die Kräfte deutlich rachlassen.

Rangordnung: Die Summe aller Rangbeziehungen in einer Gruppe. Im Wolfsrudel gibt es zwei Rangordnungen, eine für die Rüden und eine für die Weibchen. Die älteren Rüden sind zwar auch jüngeren Weibchen überlegen, genauso wie das Alpha-Weibchen den jüngeren Rüden überlegen ist. Wirkliche Rangkämpfe aber gibt cs nur zwischen Tieren gleichen Geschlechts.

Ranzzeit: Die Paarungszeit bei Wölfen, Füchsen und anderen Hundeartigen (Caniden).

Revier: Lebensraum eines Tieres, der gegen fremde Artgenossen verteidigt wird.

Rudel: Eine Gruppe von Wölfen, die gemeinsam ein Revier besetzen, jagen und leben. Meistens handelt es sich um eng miteinander verwandte Tiere, um eine kleine Gruppe erwachsener Wölfe mit dem Alpha-Paar in der Mitte, samt ihrem Nachwuchs.

Rüde: Ein männlicher Wolf oder Hund.

Steinzeit: Der sehr lange Zeitraum in der Geschichte des Menschen, in dem die wichtigsten Waffen und Werkzeuge aus Stein hergestellt wurden. Die Steinzeit wurde bei uns vor ca. 4000 Jahren von der Bronzezeit und diese später von der Eisenzeit abgelöst.

Tundra: Die baumlosen Gebiete hoch oben im Norden.

Über-die-Schnauze-beißen: Typisches Verhalten von älteren Wölfen gegenüber Welpen, Jungwölfen und rangniederen Wölfen. Es dient dazu, den Welpen zu „bremsen“, also zu erziehen. Bei erwachsenen Tieren ist es ein Zeichen der Einschüchterung und der Bestrafung.

Verhaltensforschung: Auch Ethologie genannt. was auf griechisch so viel wie die Lehre von den Sitten und Gewohnheiten der Tiere bedeutet. Sie untersucht das Verhalten einer Tierart in allen Bereichen, so z. B. wie sich die Tiere fortbewegen, sich putzen, jagen und miteinander umgehen. Weiter wird untersucht, warum die Tiere sich in bestimmter Art und Weise verhalten und wozu es von Nutzen ist .was das Überleben und die spätere Fortpflanzung der einzelnen Tiere angeht.

Welpe: Junges von einem Wolf oder Hund. Wenn der Welpe ungefähr mit einem halben Jahr stark genug geworden ist. um mit den Älteren mitlaufen zu können, nennt man ihn Jungwolf.

Wildbiologie: Die Wissenschaft, die sich mit dem Verhalten und der Ökologie freilebender Tiere beschäftigt.

Wurf: Gesamtheit der auf einmal geborenen Jungen eines Muttertieres.

Zähneblecken: Das Hochziehen der Lippen von einem Wolf oder Hund, wobei die Zähne sichtbar werden. Tritt fast immer in Verbindung mit Knurren auf und ist ein Drohsignal.

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